Doppelmoral oder ungleiche Massstäbe
Angeblich spielen wir im Kampf um die Einhaltung der Menschenrechte an vorderster Front mit, auch weil die UNO ihren Sitz in der Schweiz hat. Somit sind wir auch beauftragt die Menschenrechte und damit auch die Religionsfreiheit hier und in der Welt zu verteidigen, weil wir Mitbegründer dieser Gesetze sind und humanitäre Arbeit eine traditionelle Aufgabe der Schweiz ist. Wir dürften demnach aus Gründen der Religionsfreiheit und der Menschenrechte die Minarett-Initiative nicht annehmen, weil sie angeblich ein schlechtes Image auf die Schweiz werfen würde, würde sie angenommen und diese Glaubensgemeinschaft damit diskriminieren würde. Müssen wir allen Forderungen nachgeben? Aber wenn Frau Bundesrätin Doris Leuthard nach China reist, um das Freihandelsabkommen mit China zu schaffen, stört es anscheinend niemanden, dass wir mit einem Land Handel betreiben, das die Menschenrechte im höchsten Masse verletzt! Wir betreiben Handel mit jenen, die uns nützen und nicht nur mit jenen, die die Gesetze einhalten. Ist doch irgendwie eigenartig, oder? Es fragt sich also, ob das Geschwätz um die Menschenrechte nicht doch nur scheinheiliges Getue ist, wenn sie nicht durchgesetzt werden können oder wollen oder man sie, wenn man mit jemandem Handel betreiben will, schlichtweg „vergessen“ gehen. Also kann es doch auch nicht sein, dass wir unsere Gesetze immerfort den anderen anpassen müssen, bloss weil irgendwer beleidigt sein könnte. Es kann und darf nicht sein, dass wir beispielsweise die Scharia in unserem Rechtsstaat zulassen, die den hiesigen Regeln komplett zuwiderlaufen und uns ins Mittelalter zurückwerfen. Ein JA zur Minarett-Initiative ist weder eine Religionsfreiheits- noch Menschenrechts-Verletzung, sondern ein klares Zeichen dafür, dass wir zu den hiesigen Gesetzen und Traditionen stehen und wir uns nicht nach allen Forderungen richten können.Â
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Caroline Furrer, Hünenberg  |