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Aktuell

Stadt Zug 12.05.2012

Bundesrat Maurer schaut mit grosser Sorge auf das was in der EU stattfindet


Bundesrat Ueli Maurer in Zug

Der Schweizerpsalm von Alberich Zwyssig ist für Ueli Maurer auch heute noch aktuell, ein Symbol für ewig gültige Werte der Schweiz. Die Wirren während der Entstehungszeit des Schweizerpsalms im 19. Jahrhundert erinnern ihn stark an den jetzigen Zustand der EU.

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» Rede von Bundesrat Ueli Maurer

Bundesrat Ueli Maurer besuchte am Freitagabend 11. Mai 2012 Zug. Anlass dazu gab die Feier des zwanzigjährigen Jubiläums der Schweizerischen Volkspartei (SVP) der Stadt Zug. Zahlreiche Parteimitglieder und Gäste wohnten der Feier in der Wirtschaft Brandenberg in Zug bei. Darunter auch die Regierungsräte Heinz Tännler, Stephan Schleiss (beide ZG) und Res Schmid (NW), Ständerat Peter Föhn (SZ), alt Ständerat Hans Uhlmann als Parteipräsident „Götti“ bei der Gründung der Zuger Partei, der Zuger Stadtpräsident Dolfi Müller, die Stadträte André Wicki und Vroni Straub, zahlreiche Kantonsräte und weitere Funktions- und Amtsträger.
Eindrücklich war die musikalische Umrahmung des Anlasses. Wie es sich für eine SVP-Feier gehört, urchig und bodenständig.Das Alphorntrio „Männertreu“ eröffnete mit drei wackeren Alphornbläserinnen, gefolgt vom Chor „Schlossgruess“ aus Cham. Drei Tambouren untermalten lautstark den Einzug von Bundesrat Ueli Maurer in den historischen Saal der traditionsreichen Zuger Wirtschaft „Brandenberg“.

Die SVP der Stadt Zug hat sich in den zwanzig Jahren ihres Bestehens stetig entwickelt und stellt heute acht von vierzig Mitglieder des Grossen Gemeinderates der Stadt Zug, einen von fünf Stadträten und ist auch im Kantonsrat und in den Kommissionen markant vertreten. Die Stadtpartei setzt sich nachhaltig für die Erhaltung der bürgerlichen Werte und persönlichen Freiheiten, für weniger Staat, mehr Sicherheit, tiefere Steuern und Abgaben, für eine gewerbe- und wirtschaftsfreundliche Ordnung sowie für ein leistungsorientiertes Bildungswesen ein.

Der Gründungspräsident der Stadtpartei, Dr. Hans Durrer, erzählte, interviewt von Theo Biedermann, wie es zur Gründung kam, welche Herausforderungen zu lösen waren und wie er die heutige politische Lage in der Schweiz im europäischen Umfeld sieht. Viele frühere FDP- und CVP-Wähler fühlten sich vor zwanzig Jahren im Stich gelassen, als diese Parteien ihre angestammten Werte preisgaben und ihr Wohl in einer Verlagerung nach links suchten. Die SVP hätte sich dagegen stets für den Föderalismus und die Selbstbestimmung unseres Landes eingesetzt und werde sich auch weiterhin dafür einsetzen, so Durrer.

Bundesrat Ueli Maurer blickte in seiner Fest-Ansprache auf die Entstehungsgeschichte des „Schweizerpsalms“, der heutigen Nationalhymne der Schweiz, zurück. Der Schweizerpsalm sei im Jahr 1841 im Salesianum St.Karlshof in der Stadt Zug ur-aufgeführt worden, wo der aus dem Kloster Wettingen vertriebene Mönch Alberich Zwyssig Zuflucht gefunden hatte. Die Schweiz war nach der französischen Revolution und der französischen Besetzung alles andere als stabil. Unruhen, gewaltsame Umstürze wie in Basel, im Tessin, in Luzern und in Zürich prägten das damalige politische Klima und liessen mit Sicherheit auch die Bevölkerung nicht unbehelligt. Die Schweiz suchte ihren Weg zu finden. „Freiheit – Gleichheit – Brüderlichkeit“ waren die Kernaussagen der französischen Revolution, im konservativen Teil der Schweiz auf erbitterten Widerstand stossend. 1844-45 wurde die Bevölkerung durch bewaffnete Freischarenzüge verunsichert, 1847 dann auch noch vom Sonderbundskrieg geplagt. Die Reformierten siegten, Zug gehörte zu den Verlierern. Maurer: „eine schwierige Zeit“.

Für Maurer ist es sehr beachtenswert, wie diametral gegensätzlich sich die beiden Urheber des Schweizerpsalms waren. „Unterschiedlicher hätten die beiden nicht sein können“, so Maurer. Auf der einen Seite der Text-Autor Leonhard Widmer, Zürcher, liberal/radikal, Städter, Journalist, reformiert, Anhänger eines neuen Bundesstaates. Auf der anderen Seite der Komponist Johann Joseph Zwyssig aus Bauen/Uri, als 13jähriger als Novize ins Kloster eingetreten, wo er den Mönchsnamen Alberich erhielt, katholisch, konservativ, Pater und mit 24 Jahren bereits Kapellmeister im Kloster Wettingen. Die beiden Urheber hätten dann aber realisiert, dass es eben nur „mitenand“ gehe. Wohl weil auch sie beide persönlich von den Unruhen der damaligen Zeit nicht verschont wurden und flüchten mussten.

BR Ueli Maurer liess es sich nicht nehmen, das damalige Bild der Unruhen und Wirren auf die heutige EU zu übertragen. Die Eidgenossenschaft hätte in der damaligen Zeit ja auch schon 50 Jahre bestanden, und es brauchte nochmals 50 Jahre zu ihrer Festigung. Die EU sei zurzeit zentralistisch, von Brüssel befohlen. Von Leuten, die nicht demokratisch gewählt seien. Die EU sei heute etwa dort wo die Schweiz im Jahre 1798 war. Maurer zweifelt, ob die EU den „Weg finde“. „Wir schauen mit grosser Sorge auf das was in der EU stattfindet“, so Maurers pessimistische Lagebeurteilung.

Kernthemen des Schweizerpsalms seien unsere wunderschöne Landschaft, die Heimat, die Beschwörung auf das was die Schweiz verbindet, und unser Gottvertrauen. Die Erkenntnis, dass wir Menschen nicht alles könnten. „Die christliche Religion hat das Land geprägt und das soll auch in Zukunft so sein“, so Maurer. Die Bundesverfassung beginne ja bekanntlich mit „Im Namen Gottes des Allmächtigen!“. Auf unsere christliche Kultur könnten wir stolz sein. Und: „Heimat heisse Wurzeln haben“. „Wir wollen über uns bestimmen auch in Zukunft“.

Alle Anwesenden waren geladen zum währschaften Imbiss. Musikalisch begleitet durch die Einmann-Kapelle Hans Arnold, fand dieser Abend seinen würdigen Abschluss.

Willi Vollenweider, dipl.Ing.ETH
Mitglied des Vorstandes der SVP der Stadt Zug