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Bei den Fakten bleiben

Leserbrief „Wachsen ohne Ende“ vom 13. Oktober 2020

Der Autor des Leserbriefes „Wachstum ohne Ende“ nimmt Bezug auf das Jahr 2004 und schreibt, damals sei an einer Chamer Gemeindeversammlung gesagt worden, das sei die „letzte Vergrösserung dieser Firma am Standort Hagendorn“. Das scheint nun nicht ganz korrekt oder mindestens nicht ganz vollständig zu sein:

In der gleichen Zeitung wird am gleichen Tag im redaktionellen Teil Chams Gemeinderat und Bauchef Rolf Ineichen zu diesem Thema befragt. Er zitiert das Protokoll der Gemeindeversammlung, wonach ebenfalls gesagt wurde, eine allfällige Anpassung müsse wiederum dem Volk unterbreitet werden – was nun mit der Abstimmung am 29. November 2020 geschieht.

Bitte bei den Fakten bleiben. Im Leserbrief heisst es weiter, die Fabrikation befinde sich im BLN-Gebiet Reusslandschaft Nr. 1305. Das stimmt, im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler (BLN) ist das Gebiet erwähnt, und deshalb wurde in der Etappe höchst umwelterträglich gebaut und wird auch jetzt wieder mit viel Sorgfalt geplant.

Die Aussage muss auch ergänzt werden, dass sich nicht einzig die Baumgartner-Gebäude in diesem BLN-Gebiet befinden, sondern halb Hagendorn (bis zur Dorfstrasse) genauso wie viele Dörfer im Reusstal. Nicht erwähnt wird im Leserbrief auch, dass innerhalb des bestehenden Bebauungsplan-Perimeters verdichtet gebaut wird: Abbruch bestehender Gebäude und Neubau, Bau in den Boden.

Weiter erachtet der Leserbriefschreiber die Fabrikation im Verhältnis zum „Aussenweiler Hagendorn“ als „viel zu gross“. Dazu darf bemerkt werden, dass Hagendorn kein „Aussenweiler“ ist, sondern ein dynamischer und stolzer Dorfteil Chams mit eigenem Charakter und eigenem Dorfleben.

Hagendorn hat, daran darf an dieser Stelle auch wieder einmal erinnert werden, 1987 dafür gesorgt, dass Cham zur Stadt wurde. Bitte, ist gerne geschehen. Zudem sei die Frage erlaubt, woher der Autor die Autorität nimmt, zu entscheiden, was in dieser Beziehung zu gross, zu klein oder gerade richtig ist.

Und leicht befremdlich ist auch, dass es im Leserbrief heisst, es sei zu „befürchten, dass es in diesem Stil der Begehrlichkeiten auch in Zukunft weitergehen“ werde. Auch diese Formulierung darf nicht unwidersprochen bleiben: Eine Unternehmerfamilie will mit Investitionen den Fortbestand eines Unternehmens mit rund 300 Arbeitsplätzen sichern – und Kritiker sprechen von „Begehrlichkeiten“. Es sind keine Begehrlichkeiten, es ist ein Bekenntnis zum Standort Hagendorn. Deshalb am 29. November 2020 zweimal Ja!

Walter Birrer, alt Kantonsrat, Hagendorn

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