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Braucht es den 1. August noch?

Als Tag ja, sonst würde ja Einer fehlen im Jahr. Aber natürlich wissen Sie was ich meine, denn noch feiern wir an diesem Tag seit 1891 unser Land. Das Datum wurde willkürlich, aber sinnmachend ausgewählt. Mitten im Sommer lässt es sich bekanntlich trefflich feiern und festen.

Seit 1994 ist der 1. August gar ein gesetzlicher Feiertag, dies nach der Annahme einer Initiative durch die Stimmenden mit einem bis heute unerreichten Ja Anteil von fast 84%. Da haben wir fleissigen Schweizer uns mal was gegönnt! Es gab aber Jahre, in denen die Festlaune etwas getrübt wurde durch das Verbot von Höhenfeuern und Feuerwerk (dies aber zur Freude der Tierwelt) weil es wegen der Trockenheit zu gefährlich war.

Nun, dieses Jahr haben wir wohl eine Première. Wegen der Einschränkungen für Veranstaltungen wurden in fast allen Zuger Gemeinden die üblichen offiziellen Feiern abgesagt. Einzig in Neuheim findet sie im gewohnten Rahmen statt, wohl auch weil sie hier durch einen Verein, dem auch ich angehöre, durchgeführt wird.

Natürlich wird es unzählige kleine Feste im privaten Rahmen geben wie sonst auch, aber vielleicht haben wir dieses Jahr durch die besondere Situation die Gelegenheit in uns zu gehen und uns zu fragen ob die Nationalfeiertage ein Auslaufmodell sind. Ich bin mir ja schon nicht mehr sicher, ob das Wort «Nationalfeiertag» noch als politisch korrekt gilt, oder ob ich damit die Gefühle von irgendeiner Bevölkerungsgruppe verletze. Es wäre doch möglich, dass sich Jemand ausgeschlossen fühlt, weil er sich unserer Nation nicht als angehörig betrachtet. Dies wäre mir natürlich äusserst unangenehm, gerade als Politiker.

Kommen wir zurück zum Thema Auslaufmodell. Eine Nation beinhaltet viele Faktoren, unter Anderem gehört dazu auch eine Grenze damit man weiss, wo eine Nation aufhört und die Andere anfängt. Aber Grenzen sind in Europa mittlerweile etwas verpönt, ausser es grassiert gerade eine Pandemie, dann machen sie plötzlich doch wieder Sinn. Aber grundsätzlich streben viele Politiker, Konzerne aber auch Arbeitssuchende ein grenzenloses Europa an. Dies bedeutet aber auch, dass eine Vereinheitlichung in verschiedenen Bereichen stattfinden muss und die verschiedenen Nationen über Vieles nicht mehr selbst bestimmen können. Da sind doch Nationalismus und das Relikt Nationalfeiertag nicht mehr zeitgemäss, oder was denken Sie?

Nichts desto Trotz werden aber in allen EU Ländern diese Nationalfeiertage zelebriert und gefeiert, also muss wohl doch noch einiges an Nationalismus vorhanden sein. Aber wie kann es denn, gerade für die kleineren Mitgliedstaaten, befriedigend sein nach der Pfeife der 2 Grossen zu tanzen und das Geschehen, auch im eigenen Land, nur mehr unwesentlich beeinflussen zu können? Eine Reaktion sehen wir in einigen östlichen EU Staaten, welche eine eigene Interpretation von Demokratie erschaffen. Sie sind nur des reichlich fliessenden Geldes wegen in der Union.

Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass wir «unseren» 1. August weiterhin und auch durchaus mit Stolz und Selbstbewusstsein feiern sollten. Auch wenn in unserem Land Vieles nicht perfekt ist, dürfen wir in einer sicheren, gut funktionierenden und auch sozialen Schweiz Leben. Damit dies so bleibt, ist es unabdingbar mit allen Staaten dieser Welt eine gute Beziehung in Politischer wie auch Wirtschaftlicher Sicht zu pflegen. Dies müssen wir aber auf Augenhöhe tun, ohne unsere Werte und unsere Selbstbestimmung zu opfern.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Allen einen besinnlichen 1. August.

Emil Schweizer, Kantonsrat SVP Neuheim

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