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Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht (altes Sprichwort – in Zug bekannt)

Kürzlich, vermeldete die Zuger Zeitung unter dem Titel „Zug Tourismus sucht neue Führungskräfte“, man habe bei ZT „durchzogene“ Zeiten hinter sich, die heutige Geschäftsführerin verlasse bald ihre Stelle. Auch Heini Schmid, abtretender Präsident von ZT betonte, langfristig brauche es ein „Umdenken“. Und es sei: „Zeit für einen Generationenwechsel, für neue Leute mit frischen Ideen».

Man brauche Verbündete, wie die Hotels, den Kanton, die Gemeinden und kulturelle Anbieter, um den „Markenauftritt“ des Kantons Zug zu verbessern. Und weiter: Zug Tourismus alleine könne ein gutes koordiniertes „Standortmarketing“ derzeit nicht meistern. Hauptziel solle es aber bleiben, den Kanton Zug als attraktiven Wohn- Erholungs- und Lebensraum zu vermarkten. Soweit der damalige Artikel in dieser Zeitung.

Meine Interessenbindung: Ich kann auf über 25 Jahre praktische Tätigkeit im Zuger Tourismus, insbesondere in der Stadthotellerie, zurückblicken. Bis 2005 war ich einige Jahre als Vertreter der Hotellerie im Vorstand engagiert, heute sind wir mit dem Hotelbetrieb nicht mehr Mitglied von ZT.

Mein heutiges Fazit der aktuellen Situation ist teilweise ein anderes als dasjenige, welches medial verbreitet wurde. Ich sage ganz offen, dass der langjährige Präsident und der frühere Stratege aus der Volkswirtschaftsdirektion Gianni Bomio gemeinsam durchaus sehr grosse Verdienste um ZT haben. Aber was der überdotierte Neuner-Gesamtvorstand (Motto „Jekami“ – jede-r kann mitmachen) der Oeffentlichkeit in den letzten fünf Jahren vorführte ist mühsam.

Nein, es braucht nicht eine weitere Geschäftsführerepisode in der Vereinsgeschichte, sondern den strategischen Neuanfang. Und zwar Top-Down – mit einem stark verkleinerten Vorstand mit weniger Amateuren und mehr Profis, mit mehr unabhängigen Machern mit Know-How. Ich meine ZT braucht nicht nur mehr Geld, ZT muss kleiner, feiner und vor allem viel schlagkräftiger und relevanter werden. Der Hintergrund dafür ist u.a., dass sich in den letzten Jahren im Bereich der Kundenvermittlung eigentliche Revolutionen abgespielt haben.

Kein einziges Zuger Hotel braucht ZT in der heutigen Form. Wenn jemand meint man könnte mit der heutigen Ausgangslage ein glaubwürdiges und erfolgreiches Standortmarketing für den Kanton Zug und einen starken Markenauftritt bestreiten, dann kann man nur staunen. Natürlich gibt es ganz unterschiedliche Wege die begangen werden könnten. Jedenfalls braucht es viel mehr als „nur“ einen neuen Präsidenten und wieder eine neue motivierte aber unerfahrene Geschäftsführerin. Vor allem braucht es dazu ein verstärktes Engagement aller Stakeholders in dieser wichtigen Sache.

Neue Ansätze könnten sein, dass man das reine Marketing für Stadt und Kanton an eine private Kommunikationsagentur outsourct, so wie es der Verein „ZugWest“ im Ennetsee erfolgreich vorgeführt hat. Oder die Kontaktstelle Wirtschaft des Kantons wird entsprechend ertüchtigt. Oder eine zusätzliche Standortmarketingabteilung wird bei der ZVB angegliedert. Und so weiter.

Ja, es wird sicher nicht einfach werden die bestehenden Herausforderungen zu lösen – aber eine Lösung darf es nicht mehr geben – dass weiterhin im Trial & Error-Modus monatelang weiterwurstelt wird. Das haben die an der touristischen Front tätigen Betriebe, deren Mitarbeiter und Partner nicht verdient, das hat der gesamte Tourismus des Kantons, das haben Einwohner, Wirtschaft, Kulturszene, Gäste und Kunden aller Art nicht verdient. Das hat vor allem Zug, der Schweizer Erfolgskanton, wirklich nicht verdient.

Philip C. Brunner
dipl. Hotelier VDH/SSH
Kantonsrat, SVP Zug

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