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Die Landwirtschaft im Kreuzfeuer

Mit Titeln wie „Tausende Bauern verstossen gegen den Tierschutz“ oder „Skandalöse Zustände auf Schweizer Höfen“ fuhr die Tamedia-Gruppe, zu der auflagenstarke Titel wie der Tagesanzeiger sowie die Sonntags- oder Baslerzeitung gehören, während den Sommerferien in mehreren Beiträgen eine regelrechte Schmutzkampagne gegen die Schweizer Bauern.

Dabei wurde mittels extremen Einzelfällen, nicht näher kommentierten Zahlen und schockierenden Bildern der Eindruck erweckt, dass es um die Tierhaltung in der Schweizer Landwirtschaft auf breiter Front miserabel steht. Dem ist mitnichten so. Dies kann ich Ihnen als Verantwortlicher Rechtsschutz und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung des Schweizer Bauernverbandes versichern.

Tatsache ist vielmehr, dass die Schweizer Höfe streng und regelmässig kontrolliert werden. Dies ist auch gut so. Denn es darf zurecht erwartet werden, dass die Bauernbetriebe die geltenden Gesetze einhalten. Wenn Tiere leiden, leiten die Behörde ein Strafverfahren gegen den entsprechenden Tierhalter ein. Jedes Strafverfahren ist eines zu viel. Betroffen von solchen Verfahren waren im Jahr 2018 aber nicht tausende Bauernbetriebe, sondern 1.3 Prozent der Tierhalter. Wer hier ganz generell von skandalösen Zuständen spricht, rückt die Landwirtschaft ganz bewusst in ein schlechtes Licht.

Die erwähnte Schmutzkampagne passt ganz gut in die momentane politische Diskussion. Die Landwirtschaft steht im Kreuzfeuer. Links-grüne Kreise werden nicht müde, die Schweizer Landwirtschaft schlecht zu reden und versuchen diese mit zum Teil extremen Initiativen umzubauen. Stichworte: Trinkwasser-, Pestizid- oder Massentierhaltungsinitiative. Letztere verlangt eine Reduktion der Höchstbestände auf den Standard von Bio Suisse. Für Legehennen etwa würde dies eine Reduktion von 18’000 auf 4’000 Tiere pro Betrieb bedeuten. Zum Vergleich: in Deutschland gibt es Betriebe mit 600’000 Hühnern.

Alle vorstehend erwähnten Initiativen haben gemeinsam, dass sie die einheimische Produktion erschweren und verteuern. Weil aber längst nicht alle Konsumenten bereit sind, mehr zu bezahlen, würden die Importe aus Staaten mit tieferen Standards zunehmen. Dies wäre auch aus ökologischer Sicht Unsinn. Es reicht nicht, am Sonntag an der Urne mehr Tierwohl und mehr Klimaschutz zu fordern und am Montag dann im Laden trotzdem wieder Spargeln aus Spanien oder Rindsfilet aus Brasilien zu kaufen. Aus Brasilien etwa werden jährlich mehrere Hundert Tonnen Rindfleisch in die Schweiz importiert. Brasilien aber hat kein richtiges Tierschutzgesetz und die Nutztiere werden mit Antibiotika gemästet.

Michael Riboni, SVP-Kantonsrat, Baar
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