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Gedanken zur politischen Rolle der Kirche

Ich bin in den letzten Tagen an verschiedenen Orten in der Schweiz unterwegs gewesen und sehe an diversen Kirchen das Transparent für die Abstimmung über die „Unternehmensverantwortungsinitiative (UVI)“ hängen.

Natürlich war mir das Engagement der Kirche für diese Abstimmung bewusst, aber trotzdem stimmt es mich nun ziemlich nachdenklich. Ich bin katholisch, wurde getauft, erhielt die Erstkommunion und bin gefirmt. Ich hatte seit meiner Kindheit einen Bezug zur Kirche. Aus diesem Grund habe ich auf der Webseite der Kirchen zur UVI folgende Begründung gelesen, warum sich die Kirche engagiert:

„In Gerechtigkeitsfragen ist das Evangelium nie «neutral», die christliche Botschaft nimmt klar Position für die Unterdrückten ein und ist eine Heilsgeschichte für Menschen am Rand der Gesellschaft. Jeder Mensch besitzt als Geschöpf Gottes eine unantastbare Würde, deren Schutz über wirtschaftlichem Profit stehen muss. Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen. Als Kirche ist es daher eine Selbstverständlichkeit, die Anliegen der Konzernverantwortungsinitiative zu unterstützen. Sie verhindert, dass weiterhin Menschen misshandelt und Gottes Schöpfung ausgebeutet wird.“

Es wird damit suggeriert, dass mit der Annahme der UVI keine Menschen mehr misshandelt werden und die Schöpfung Gottes nicht mehr ausgebeutet wird. Eine Irreführung, denn die Initiative verhindert weder das eine noch das andere. Zeitgleich werde ich aber von meiner eigenen religiösen Glaubensgruppe als ungerechten Menschen klassifiziert, der die Misshandlung von Menschen sowie deren Ausbeutung befürwortet, gerechtfertigt mit dem Evangelium.

Ich lehne Misshandlung oder Ausbeutung ab. Genauso bin ich überzeugt, dass diese Initiative nichts ausser Schaden für die Schweizer Wirtschaft bringt und schlussendlich niemandem hilft. Das Bodenpersonal der Kirche, an welche ich Kirchensteuern bezahle, macht nun aber unter anderem mit meinem Steuergeld politische Kampagnen, unter anderem auch gegen mich. Vermutlich aber auch gegen viele weitere Christen, die eine ähnliche oder deckungsgleiche Meinung wie ich haben.

Dadurch wird die Kirche zu einem Ort, wo nur noch ein Teil der Menschen hin kann. Denn all jene, welche die geschilderte Überzeugung nicht teilen, werden als schlechte Menschen defacto aus dieser Gemeinschaft ausgeschlossen. Eine Frage bleibt offen: Soll ich nach 27 Jahren Zugehörigkeit den Austritt aus der katholischen Kirche geben und somit die Konsequenz daraus ziehen, dass die Kirche wieder beginnt Politik zu machen und einen Teil der Gesellschaft damit ausschliesst?

Gregor R. Bruhin
Gemeinderat
Präsident SVP Stadt Zug

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