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Keine Antwort auf die Tabufrage

Gedanken zum Artikel «Der Arzt, der die Tabufrage stellt» in der Zuger Zeitung vom 27. Mai

Ich muss mich bei der Zuger Zeitung bedanken für diesen Artikel und möchte meine Gedanken dazu den Lesern der «Zuger Woche» zugänglich machen.

In genanntem Artikel hat der Arzt und Schwyzer SP Kantonsrat Antoine Chaix über seinen Unmut mit dem Umgang unserer Regierung mit der Corona Krise gesprochen. Er, der als Arzt in Krisengebieten in Afrika tätig war und mangels Ressourcen oft entscheiden musste, wer Hilfe bekommt und wer nicht, schrieb seinem Parteikollegen Bundesrat Berset bereits am 24. März einen Brief. Darin fragte er, ob es tatsächlich verhältnismässig sei, solch riesige Summen auszugeben und ganze Wirtschaftszweige derart an die Wand zu fahren um vielleicht 1000 Menschenleben zu retten. Er erhielt bis heute keine Antwort.

Ich kann jede seiner Aussagen die er im Artikel macht unterschreiben. Seien es seine Bedenken um die sozialen Kosten, die drohenden Massenkonkurse, die psychosozialen Folgen aber auch sein Wunsch, dass wir ein bisschen gelassener mit dem Tod umgehen. Der Tod gehört zum Leben, dies wird in unserer Gesellschaft oft verdrängt.

Besonders störend ist für ihn der Umgang mit unseren Senioren welchen er als «skandalöse Bevormundung» bezeichnet. Auch hier kann ich ihm nur zustimmen. Unsere Eltern sind 80 und 85 jährig und meine Schwester und ich freuen uns natürlich sehr, dass sie ihr Leben geniessen können, aber es wäre uns nie in den Sinn gekommen ihnen Vorschriften zu machen, wie sie sich in den letzten Monaten zu verhalten hätten. Man kann doch nicht Menschen, die so lange selbstbestimmt gelebt haben behandeln als wären sie nicht mehr urteilsfähig!

Ein noch ganz anderes Kapitel sind übelste Beschimpfungen von älteren Menschen in der Öffentlichkeit (SRF Rundschau), nur weil sie sich getrauten spazieren zu gehen. Da kann man sich nur schämen für unsere Gesellschaft!

Ich danke Kantonsrat Antoine Chaix für den Mut diese Fragen gestellt zu haben, auch wenn sie nicht dem öffentlich akzeptierten Mainstream entsprechen. Ich bin aber auch überzeugt, dass er vielen aus dem Herzen spricht.

Emil Schweizer, Kantonsrat SVP Neuheim

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