Nein zur Individualbesteuerung am 8.März 2026
Wenn unser Bundesparlament ein Gesetz von höchster Tragweite, welches alle verheirateten Steuerzahler bzw. die Steuerzahlerin betrifft nur mit einer hauchdünnen Mehrheit verabschiedet, sollten bei uns, den Stimmbürgern alle Alarmglocken läuten.

Das knappe Resultat vom Juni 2025 in Bundesbern zeigt es deutlich: Die Vorlage zur Individualbesteuerung ist kein breit abgestützter Kompromiss, sondern eine ideologisch von der FDP Schweiz und den linken Fraktionen erzwungene Fehlkonstruktion, die selbst im Bundeshaus äusserst umstritten ist. Im Ständerat musste der Ständeratspräsident, selber Mitglied der FDP, gar einen Stichentscheid dazu fällen. Dass selbst die FDP im Kanton Zug zu dieser unbrauchbaren Vorlage Nein sagt ist erfreulich und zeigt, dass die zahlreichen Mängel rechtzeitig erkannt wurden.
Auch dass zehn Kantone gemeinsam das historische Mittel des Kantonsreferendums ergriffen haben, unterstreicht die breit abgestützte tiefe Skepsis gegenüber diesem Projekt. Es ist ein historischer Vorgang, der zeigt, dass alle Kantone vor einer bürokratischen Überforderung stehen würden. Sie müssten ihre gesamten Steuersysteme mit neuer Software umbauen und massiv Personal aufstocken, nur um ein System zu bedienen, das schweizweit Milliardenlöcher in die öffentlichen Kassen reissen würde.
Warum dieser riskante Systemwechsel, wenn die «Heiratsstrafe» innerhalb des bewährten Modells viel einfacher korrigiert werden kann und kantonal mit einem Splitting-Model bestens funktioniert? Eine Individualbesteuerung verkompliziert das Leben von 1,7 Millionen Ehepaaren und bestraft jene Familien, die sich die Betreuungsarbeit flexibel aufteilen.
Ein Gesetz, das im Parlament derart knapp durchgepeitscht wurde und gegen das die Kantone Sturm laufen, verdient sicher kein Vertrauen. Wir brauchen eine faire Lösung ohne bürokratisches Chaos und ohne persönlichen Mehraufwand. Sagen wir am 8. März Nein zu diesem unsicheren Experiment.
Philip C. Brunner
Kantonsrat, Zug

