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Schengen und Touristen-Visum

In gewissen Kreisen geistert die Vorstellung herum, dass uns die Zugehörigkeit zum Schengenraum bedeutend mehr Touristen aus Ländern bescheren würde, für die heute die Visumspflicht besteht. Namentlich erwähnt werden Indien, China und Russland. – Mit Verlaub: Das ist „wishful thinking“! Begeben wir uns auf den Boden der Realität: In den 70er und 80er-Jahren erfuhren die USA einen gewaltigen touristischen Ansturm aus allen Himmelsrichtungen, wie man ihn nicht hätte träumen können. Allein aus der Schweiz reisten jährlich rund 400’000 Besucher an. Und dies, obwohl die USA ein Visum verlangten. Niemand hat sich an dieser Formalität gestossen, auch wenn es etwas kostete; man wollte einfach nach Amerika. Man wollte den Grand Canyon, Las Vegas und die Niagarafälle sehen. China hat nach Maos Tod als Reisedestination einen unerhörten Boom erlebt – trotz Visumspflicht. Man wollte die Verbotene Stadt in Peking und die tönerne Reiterarmee in Xian sehen. In die Sowjetunion brachten Charterketten Abertausende von Touristen. Man wollte die goldenen Kuppeln des Kremls, das Lenin-Mausoleum und die Ermitage in St. Petersburg erleben – trotz Visumspflicht. Auch ich habe, trotz Visumspflicht, all diese Sehenswürdigkeiten besucht.

Und die Schweiz? Wir haben das Privileg, in einem Juwel von Land zu leben, das es sonst nirgends gibt – nur sind sich viele Schweizer dessen nicht bewusst. Aber im Ausland weiss man es, und der Traum vieler ist das Matterhorn, die Berner Altstadt, der Rheinfall oder eben die Vielfalt auf kleinstem Raum. Und geschätzt werden Sauberkeit, Sicherheit, Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit. Ein Inder, Chinese oder Russe stösst sich nicht daran, dass er für seine Traumreise bei der schweizerischen Vertretung ein Visum einholen muss. Die jüngsten Zahlen beweisen es: Gerade aus China schnellen die Besucherzahlen kometenhaft in die Höhe – ohne „Schengen“! Von Visums-Barriere kann da keine Rede sein. Das Problem ist das hohe Preisniveau, aber wer Geld hat, kommt in die Schweiz – und das ist ja das Publikum, das wir am liebsten sehen. Oder erwarten wir mit der angestrebten Vereinfachung bei der Visumserteilung Rucksacktouristen aus Ouagadougou oder aus Tschungking?

Meiner Ansicht nach sollten die Kantone ihren Parlamenten und Stimmbürgern reinen Wein einschenken, und nicht einfach Schönwetter-Prognosen verbreiten. Schengen/Dublin ist für mich eine schlechte Abstimmungsvorlage, die zu viele Nachteile bringt und zu viele Fragen offen lässt.

Stimmen Sie geschätzte Mitbürgerinnen und Mitbürger mit mir NEIN zum Schengenervertrag.

Silvia Künzli
Kantonsrätin SVP Baar

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