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Traurige Betrachtungen im Sommer 2045 – im Pflegeheim oder – wer zu spät zur Einsicht kommt – bestraft das Leben

Es war der entscheidende Tag für Stadt und Kanton, damals vor 30 Jahren dieser 14. Juni 2015. Ein wunderschöner Sommertag, wie wenn sich Stadt und Kanton für diesen speziellen Abstimmungstag mit der Sonntagstracht herausgeputzt hätten. Der See, die Altstadt, die Natur, die nahen Berge, –  sattgrünen Wiesen und Wälder.  Ein wunderbares Paradies, als Wohnort, als Arbeitsort, Heimat eben. Und damals war Zug noch ein höchst erfolgreicher Wirtschaftsplatz – der beste der ganzen Schweiz: Ein finanziell potenter städtischer Hauptort mit langjährigen und loyalen Steuerzahlern, einer tiefen Sozialhilfequote, funktionierenden Schulen und effizienter Verwaltung,  in jeder Beziehung gut aufgestellt um die Zukunft zu bewältigen. Leider, tempi passati. 
Nun sitzen wir im Jahre 2045 in der veralteten Cafeteria Frauensteinmatt zusammen, ein paar alte, längst pensionierte Politiker und besorgte Seniorinnen. Wir erinnern uns zurück, vor 30 Jahren im Sommer 2015 haben Stadt und Kanton Zug den Stadttunnel zwar knapp, aber leider doch abgelehnt. Endgültig. Damals starb das von der damals noch siebenköpfigen Regierung und dem  Stadtrat einstimmig befürwortete Projekt einer Stadtumfahrung mit System definitiv. Wenig später trat der Baudirektor zurück und wechselte in die Privatwirtschaft. Man realisierte erst viel später, was er Wegweisendes geleistet hatte. 
Sehr viele Einwohner hatten damals zwar die Bedeutung des gewichtigen Zukunftsentscheides für Zug erkannt – aber die von den Jahren des Aufstieges verwöhnte satte Wohlstandsgesellschaft glaubte mehrheitlich den glänzigen  elektronischen Zukunftsvisionen ein paar wenigen falschen Propheten. Es kam dann ganz anders, noch viel schlimmer als es damals  die grössten Pessimisten für möglich gehalten hätten; der Entscheid war der Fanal und im Rückblick Beginn des wirtschaftlichen Niedergangs – des ganzen Kantons. Heute, 2045 ist kein Geld mehr für solche grösseren Projekte da, man muss schon froh sein, wenn man die Löhne des Pflegepersonals bezahlen kann, ohne neue Schulden aufzunehmen. 
Jetzt, Jahrzehnte später kann man die Folgen dieses Fehlentscheides drastisch sehen, aber es ist leider zu spät. Die Altstadt versank schon einige Jahre nach der Abstimmung endgültig in Stagnation. Resignation breitete sich im Gewerbe aus – viele KMU verliessen das Zentrum endgültig. Kein Wunder ist doch heute das frühere Geschäftszentrum nur noch mit allergrösstem zeitlichen Aufwand erreichbar und tagsüber auch nur mit einer enormen Stauzeit passierbar. Eine Umfahrungsachse gibt es weiterhin nicht. Der Verkehrskollaps ist total und damit die Stadt für gute Steuerzahler aus der Wirtschaft kaum attraktiv. 
Zug verlor schleichend seinen Wohlstand: Nur weil man in sehr guten Zeiten, damals 2015, auf ein einzelne unverantwortliche, populistische bürgerliche Politiker, faktenwidrig argumentierende rot-grüne Gruppierungen gehört hatte. Von Verantwortung keine Spur – nachher sowieso. Unsere Seniorenrunde lacht heiser und traurig. Man kann nichts mehr tun. Ginge es der Stadt und Kanton besser, wäre auch Verschiedenes in diesem verlotterten Pflegeheim besser – aber eben – man muss seit Jahren sparen und sich einschränken, weil Stadt und Kanton darben. Hätte man doch 2015 etwas weiter gedacht – nun ist es aber zu spät – und in diesem Jahrhundert kommt die verpasste Chance kaum mehr. 
Philip C. Brunner, (ehemaliger) Hotelier aus Zug, im Jahre 2045

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