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Schnauze voll von Take away

Am Mittwoch dieser Woche zelebrierte unsere Landesregierung die mit grosser Spannung aber wenig Hoffnung erwartete Pressekonferenz zur Lage betreffend COVID. Hauptthema war natürlich die angedachten weiteren Schritte bezüglich Lockdown, welche zur Vernehmlassung an die Kantone gingen.

Zugegeben, wohl niemand beneidet die Überbringer von den meist schlechten Neuigkeiten um diesen Job, aber was da von den Herren zu vernehmen war, löste bei vielen Menschen, so auch bei mir, mehr als nur ein Kopfschütteln aus. So Manchem «haute es den Nuggi raus».

Kritikpunkt ist die Verlängerung des Lockdowns für Restaurants bis zum St. Nimmerleinstag. Klar, die Damen und Herren leben auf einem anderen Planeten, sie werden zu einer ausgewogenen, warmen Mahlzeit kommen, die sie dann bei angenehmer Raumtemperatur geniessen können. Auch die Staatsbeamten, welche unsere Regierung beraten, sitzen im warmen Büro und wärmen ihr Essen, im schlimmsten Fall, in der Betriebs – Mikrowelle auf.

Es gibt aber zehntausende von Menschen, welche bei jeder Temperatur draussen arbeiten müssen. Ich arbeite in der Baubranche und bin froh, dass ich mich nach Arbeiten in der Kälte im Büro oder bei Arbeiten in beheizten Häusern wieder aufwärmen kann. Für Viele ist dies aber ein frommer Wunsch.

Letzte Woche als Dauerfrost herrschte, sprach ich mit Arbeitern welche Glasfaserkabel verlegten. Sie sind von halb acht bis um fünf in der Kälte und essen über Mittag ein eiskaltes Sandwich im noch kälteren Fahrzeug. Sie haben keine Möglichkeit, sich irgendwo aufzuwärmen oder etwas Vernünftiges zu essen.

Man könnte zur Meinung gelangen der Bundesrat vertritt die Meinung, dass Restaurants lediglich Orte des Vergnügens und der Zecherei wären und deshalb sowieso ausgerottet gehören. Ich aber behaupte, Restaurants sind systemrelevant! Sie ermöglichen es täglich zehntausenden Menschen sich vernünftig zu ernähren und gleichzeitig die gesetzlichen Pausen einzuhalten, sich zu erholen und aufzuwärmen.

Aber nein, man öffnet Museen, Kleiderläden und Bibliotheken (natürlich gönne ich diesen das). Jeder, der in den letzten Monaten in einem Laden war weiss, dass Abstandsregeln fast niemanden interessieren. Alle laufen kreuz und quer durch die Gegend und Personendaten werden nicht erfasst. Im Restaurant aber wurden Schutzkonzepte erstellt, finanziert und umgesetzt. Laut Contact Tracing (gibt es das noch???) wurden letztes Jahr nur ganz selten Ansteckungen in Restaurants vermeldet.

Die 70 Mitglieder der «task force» die den Bundesrat beraten soll interessieren solche Details natürlich nicht. Erstens beschäftigen sie sich sowieso am liebsten mit sich selbst und den Medien und zweitens würden sie am liebsten die Gesamtbevölkerung in Zweiergruppen zu Hause einsperren, bis jedes einzelne Virus ausgerottet ist. Die Frage ist, wer ist ausdauernder, das Virus oder der Mensch…

Es bleibt also nur, auf mehr gesunden Menschenverstand bei den kantonalen Regierungen zu hoffen und dass diese auch den Mut haben, dem Bundesrat ihre Meinung zu kommunizieren. Die Skikantone können schon mal üben, in dem sie der BAG Chefin Lévy Paroli bieten.

Diese hat in einem Brief die Kantone abgekanzelt, welche den take away’s am Pistenrand erlaubt haben Tische für die Gäste bereit zu stellen damit diese in menschenwürdiger Weise essen können. Selbstredend stehen die Tische weit auseinander und es sitzen max. 4 sich Kennende am Tisch. Gesunder Menschenverstand eben !

Emil Schweizer, Kantonsrat
SVP Neuheim

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