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Wieso unser Land den Gripen braucht

Replik auf den Leserbrief von Benedikt P. Keiser, Neue Zuger Zeitung, Ausgabe vom 19. November

Wer die Geschichte nicht kennt, wird ihr Opfer. Dies zeigt sich leider immer wieder. Die Schweizer Armee ist im Moment nicht in der Lage, unser Land zu verteidigen, so wie es unsere Verfassung verlangt. Es erstaunt mich jedoch sehr, dass Benedikt P. Keiser als weit gereister Diplomat, der den Zweiten Weltkrieg miterlebt hat, die Lehren der Geschichte nicht gezogen hat. Wie war es doch im Zweiten Weltkrieg, als Frankreich, damals als stärkste europäische Militärmacht angesehen, innert kürzester Zeit durch einen deutschen Angriff über die Ardennen zusammenbrach und die Schweiz plötzlich allein dastand und von Feinden umringt war? Dank einem Heer von Betern und auch der Fürsprache unseres Landesheiligen Niklaus von Flüe, genannt Bruder Klaus, sind wir damals von einem Angriff von Nazi-Deutschland verschont geblieben.

Mein verstorbener Vater stand in jener Nacht des 13. Mai 1940 als Soldat im Aktivdienst an der Grenze im Raum Basel und hat die Bruder Klaus zugeschriebene Hand am Himmel, welche durch ihre übernatürliche Erscheinung eine deutsche Panzerdivision zum Stehen brachte, eigenhändig gesehen. Ich besitze aus seinem Nachlass entsprechende Berichte über dieses Wunder von Waldenburg, sowohl mit Aussagen von Zeitzeugen der deutschen wie auch der schweizerischen Seite.

In einem Punkt bin ich mit dem ehemaligen Diplomaten Benedikt P. Keiser jedoch einig. Es braucht nebst der Tat auch das Gebet. General Guisan hat übrigens als Oberbefehlshaber der Schweizer Armee den Tag jeweils mit einem Vaterunser auf den Knien begonnen. Nun aber reicht das Gebet allein nicht aus. Das ist zum Beispiel auch dem Orden des heiligen Benedikt bekannt, der nach dem Grundsatz «ora et labora» (Bete und arbeite) lebt.

Es erstaunt mich deshalb schon sehr, dass Benedikt P. Keiser mit der persönlichen Erfahrung eines Zweiten Weltkrieges für unser, der Neutralität verpflichtetes Land, auf eine starke Verteidigungsarmee mit einem modernen Luftschirm verzichten will. Bezüglich der Kosten für die Erneuerung der Luftwaffe sollten wir wieder einmal über den Wert von Sicherheit für unser Land und Volk nachdenken und nicht nur über Preise reden. Im Falle jährlich anfallender Beiträge in Milliardenhöhe an supranationale Organisationen wie beispielsweise UNO, EU und Nato sowie den Weltwährungsfonds IWF scheint dies im Gegensatz zu den bescheidenen Ausgaben für unsere Landesverteidigung keine Rolle zu spielen.

Nie wieder Krieg ist der grosse Traum vieler Menschen. Die Realität ist leider eine andere. Der Mensch ist nur allzu oft des Menschen Wolf. Wie hiess es doch von vielen Friedensbewegten so schön: «Stell Dir vor, es kommt Krieg, und keiner geht hin.» Leider wurde dieses Zitat oft nur unvollständig wiedergegeben, denn der zweite Teil dieses Zitates von Carl Sandburg lautet: «… dann kommt der Krieg zu Euch! Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt und lässt andere kämpfen für seine Sache, der muss sich vorsehen, denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will, denn es wird kämpfen für die Sache des Feinds, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat.»

Wenn die Schweiz nicht mehr fähig sein sollte, die Sicherheit ihres Staatsgebietes zu gewährleisten, dann werden fremde Armeen diesen Platz einnehmen, denn jedes Land hat eine Armee, entweder die eigene oder eine fremde. Bei der Besetzung unseres Landes durch Napoleon haben wir dies vor 200 Jahren bitter erfahren müssen. Ich ziehe daher eine eigene starke Schweizer Milizarmee mit unter allgemeiner Wehrpflicht stehenden Bürgersoldaten, welche unserer demokratischen Verfassung unterstellt sind, fremden Berufsarmeen aus supranationalen Organisationen wie Nato und EU vor. Umso mehr, da diese nur allzu oft im Dienste von Grossmächten mit ihren eigenen Interessen stehen, die unseren schweizerischen Grundinteressen von Neutralität und Unabhängigkeit meist diametral entgegenstehen.

Theo Biedermann, Cham

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