Bundesrat Martin Pfister wird Chef VBS
Der Chef der Armee Süssli zur Lage: «Wir können aktuell ungefähr einen Drittel der Armee voll ausrüsten. Im Klartext heisse dies, bei aktuell 17 Infanteriebataillonen reiche das Material gerade für deren sechs, von den vier Artillerieabteilungen könnte eine ausgerüstet werden. Eine der drei mechanisierten Brigaden habe keinen einzigen Kampf-Panzer! Zudem sei die Munitions-Bevorratung auf die Ausbildung ausgelegt und nicht auf einen Einsatz». Ein Etikettenschwindel.

Pikant: diese katastrophalen Missstände herrschen unverändert seit Inkraftsetzung der halbierten Armee Anfang 2018. Die sicherheitspolitischen Kommissionen des Parlaments befinden sich offenbar im Dauerschlaf oder lassen sich durch die operettenreif Orden-behangenen hohen Offiziere hinters Licht führen.
Mit der von den bürgerlichen Parteien verantworteten nochmaligen Armee Halbierung («WEA») im Jahr 2018 wurden zwar die Miliz-Bestände halbiert, die aufgeblähte Militär-Verwaltungs-Kaste blieb völlig verschont und frisst jedes Jahr die Hälfte des Armeebudgets weg. Die Chefs VBS hatten dem Bundespersonalverband damals die personelle Besitzstand-Wahrung garantiert.
So sieht sich der neue Chef VBS nun einer mächtigen Phalanx von tausenden überzähligen, mit sich selbst beschäftigten «Selbstfindungs-Aktivisten» im VBS gegenüber, die sich zur Rechtfertigung ihrer Pfründe unzählige, militärisch meist sinnlose Projekte einfallen lassen. Diese Leute profilieren sich sehr gerne mit weit überrissenen Schönwetter-Informatik-Projekten, die dann mangels Fachkompetenz der Führung krachend scheitern. Diesen desolaten Laden aufzuräumen, ist nicht möglich – die nächste Armeeabschaffungs-Initiative der GSoA wird diesem unrühmlichen Theater sowieso ein Ende setzen. Das VBS ist weder kontrollierbar noch führbar – es ist ein Betrug am Schweizer Volk.
Als langjähriger Befürworter einer funktionierenden Verteidigung steht für mich heute fest, dass der «Bund» unfähig ist, für den Schutz von Land und Leuten zu sorgen. Als dieses Staatsversagen im Jahr 2018 offensichtlich wurde, habe ich damals im Zuger Kantonsrat (Geschäft Nr 2916) beantragt, die Zuger Bevölkerung und ihre Infrastrukturen mit einer Art «Home Guard» zu schützen, im VBS-Jargon «Leichte Truppen» , in Deutschland «Heimatschutz», in weiteren Ländern «National Guard» genannt. Als Sofortmassnahme empfehle ich, die bestehenden Territorial «Divisionen» umgehend mit derartigen Formationen zu verstärken, um sie zeitnah zu befähigen, ihren Schutz-Auftrag erfüllen zu können. Dazu müsste nur die Militär Dienstpflicht um ein paar Jahre verlängert werden. Die Ausrüstung wurde ja bei der kürzlichen Armee-Halbierung WEA eingelagert, sie kann kostengünstig rasch wieder einsatzfähig gemacht werden.
Willi Vollenweider, alt Kantonsrat Zug

