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Wenn Algorithmen regieren, endet die Freiheit

Über die Gefahren der künstlichen Intelligenz und deren Bedeutung auf die Demokratie und die Freiheit des Menschen.

Seit der Einführung von ChatGPT Ende 2022 ist klar: Künstliche Intelligenz (KI) ist gekommen, um zu bleiben. Ob Matheaufgabe, Gutenachtgeschichte oder Steuererklärung – alles wird analysiert, berechnet, erledigt. Doch was als Hilfe begann, wird mehr und mehr zur stillen Macht der Mächtigen. Die JSVP beobachtet diese Entwicklung mit grosser Wachsamkeit – denn wir wehren uns gegen jeglichen schleichenden Freiheitsentzug.

In den meisten Kantonen laufen mittlerweile KI-Projekte wie CNAI, das den Wissensaustausch innerhalb der Verwaltung koordiniert, oder Systeme wie AVA+, die Steuerdaten hocheffizient analysieren und kleinste Abweichungen aufdecken. Die Verwaltung wird dadurch optimiert – doch der Preis ist hoch: Der Zusammenschluss dieser Systeme macht uns durchschaubar wie ein Kristallglas. Ein Goldkauf ist dann nur noch in unseren Köpfen anonym – denn Programme melden «Auffälligkeiten», lange bevor ein Mensch hinschaut.

Wer zu viel Schoggi kauft, zu wenig Sport treibt oder öfter Symptome googelt, könnte bald mehr Prämien zahlen. Klingt nach Gesundheitsförderung, ist aber Überwachung durch die Hintertür. Personalrekrutierungen laufen heute oft emotionslos digital. Wer im falschen Raster landet, bekommt nicht einmal eine Chance – sondern eine KI-gestützte Absage. Besonders hart trifft das Quereinsteiger, deren Leistungsausweis nicht mit klassischen Bewerbungsprofilen übereinstimmt.

KI kann heute bereits Abstimmungen voraussagen – und ganze Demokratien durch gezielte, KI-generierte Botschaften beeinflussen. Politische Kommunikation richtet sich dann nicht mehr nach dem Dialog mit dem Volk, sondern nach datengestützten und beeinflussten Vorgaben. Die echte Debatte – der Grundstein jeder Demokratie – stirbt.

Wie einst in den 1970er-Jahren die Schriftsetzer, verschwinden heute Berufe in der Verwaltung, in der Dienstleistung oder an der Kasse. Für junge Menschen bedeutet das: Sie müssen Berufe wählen, die wandelbar sind, lebenslanges Lernen mitdenken und kreative oder zwischenmenschliche Fähigkeiten stärken. Doch gleichzeitig wird es für Zugewanderte, Menschen mit Sprachbarrieren oder ohne digitale Ausbildung immer schwieriger, überhaupt Fuss zu fassen – einfache Einstiegsjobs verschwinden zuerst.

Die Risiken sind längst keine Zukunftsmusik: Durch sogenannte «Blackboxen» in modernen Fahrzeugen werden laufend Daten aufgezeichnet und online an die Hersteller übermittelt. In der EU ist diese Technik bereits verpflichtend. Ein direkter Eingriff, etwa zur Stilllegung des Fahrzeugs auf Anordnung des Strassenverkehrsamts, ist technisch jederzeit möglich. Tempoverstoss? Der Betrag könnte automatisch von Ihrer Kreditkarte abgebucht werden – ganz ohne menschliches Zutun.

Es ist diese Freiheit, diese Selbstbestimmung, die unsere Schweiz ausmacht. Und es ist genau dieses Gefühl, das uns immer wieder berührt, wenn wir das Lied «Heimweh» von der Band Plüsch hören. Es erinnert uns an das, was wir verteidigen – ein Land, das anders ist und das unabhängig bleiben soll.

Freiheit stirbt leise. Und wir ersticken im digitalen Korsett aus Regeln, Vorschriften und Algorithmen. Wer nicht aufpasst, wacht in einem System auf, das er nie gewählt hat. Die JSVP sagt: Nein zur Entmündigung. Ja zur Freiheit. Denn wir wollen keine Schweiz, die in digitalen Fesseln liegt – wir wollen eine Schweiz mit Toleranz und Selbstverantwortung. Mit dem Gefühl von «Heimweh» durch Freiheit, Stolz und Unverwechselbarkeit.

Simon Speck, Präsident JSVP Kanton Zug

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