NZZ im Boulevard-Stil?
Zu einem Artikel in der NNZ am Sonntag über die Zuger PUK

Als Zuger Kantonsrat staune ich, wie die seriöse NZZ im Boulevard-Stil einen verdienten Regierungsrat mit Dreck bewirft, ohne dass sich dieser etwas hätte zu Schulden kommen lassen. Der Artikel strotzt denn auch nur so von Mutmassungen im Konjunktiv und abenteuerlichen Versuchen, dubiose Verstrickungen zu konstruieren. Wer die regulären politischen Prozesse kennt, kommt nicht auf die Idee, von einer Staatskrise zu sprechen.
Dass Regierungsrat Tännler (und Regierungsrätin Dittli!) im Kantonsratsgeschäft zur PUK-Einsetzung die Regierung vertraten, entsprach dem Willen des Gesamtregierungsrats. Hätte die Regierung dies dem thematisch involvierten Landammann überlassen, wäre wohl der Vorwurf fehlender Unabhängigkeit laut geworden. Dies zeigt, dass bei seriöser Recherche statt reisserischem Thesenjournalismus nicht von einer Staatskrise gesprochen würde.
Dass sich Regierung und Parlament in einer Frage uneinig sind, ist in Zug selten, kann aber vorkommen. Das ist Demokratie. So stellt sich nur noch die Frage, wer von diesem Spektakel profitiert. Der im NZZ-Artikel hart angegangene Finanzdirektor warnte vergeblich davor, dass sich die Politik in einem millionenschweren Erbstreit instrumentalisieren lasse. Pikant: Genau dies geschieht jetzt auch mit der NZZ. Der Journalist zitiert aus einem Mailverkehr zwischen dem klägerischen Anwalt Lienin und Heinz Tännler.
Wie meine Rückfrage ergab, hat die NZZ diese Information nicht vom Zuger Finanzdirektor. Warum die NZZ nicht warten kann, bis die PUK und das Gericht ihre Arbeit gemacht haben und die Fakten geklärt sind, wird wohl nur sie wissen. Traurig nur, dass sie sich vor den Karren der klägerischen Partei spannen lässt und sogar die Ehefrau des Finanzdirektors in die Sache hineinzieht. Selbst das gleiche Feriendomizil muss herhalten, um eine Verstrickung zu konstruieren. Ob der Käufer und Tännler vielleicht sogar die gleiche Automarke fahren? Vielleicht stehen sogar in beiden Haushalten Geräte von V-Zug!
Adrian Risi, Kantonsrat SVP, Zug

