Über die Wertehaltung der Migros
In den Medien habe ich gelesen, dass die Migros den Vertrag mit Young Gustav beendet und seine Getränke aus dem Sortiment entfernt hat – offenbar wegen seiner öffentlich geäusserten Meinung zur Schweizer Asylpolitik. Dieser Entscheid wirft für mich grundsätzliche Fragen zur Wertehaltung der Migros auf.

Dass die Migros wirtschaftlich von der wachsenden Zahl an Migranten profitiert, ist nachvollziehbar. Doch darf dies dazu führen, dass Menschen mit einer kritischen Haltung gegenüber der aktuellen Asylpolitik indirekt ausgegrenzt werden? Auch wenn ich weder die Produkte von Young Gustav kaufe noch ihn persönlich kenne, irritiert mich der Vorgang sehr.
Bereits bei der Entfernung der sogenannten «Mohrenköpfe» hatte die Migros eine ideologisch motivierte Entscheidung getroffen, die viele Kundinnen und Kunden befremdete. Der aktuelle Fall erinnert stark daran.
Daher meine Frage: Sind Kundinnen und Kunden, die eine kritische Meinung zur Asylpolitik vertreten, bei der Migros überhaupt noch willkommen, oder macht man hier eine Ausnahme – weil auch Menschen mit «rechten» politischen Ansichten treue Konsumenten sind und die Migros von ihnen profitiert?
Ich bin seit meiner Kindheit ein «Migros-Kind». Doch angesichts des in der Zuger Zeitung vom 19. Februar beschriebenen «Wertekanons» fühle ich mich zunehmend nicht nur unerwünscht, sondern sogar ausgeschlossen. Das schmerzt und stellt meine jahrelange Verbundenheit zur Migros ernsthaft in Frage.
Fränzi Keiser

