«Leerkündigungen Herti»: Persönliche Haltung der Journalistin, anstatt vollständige Information
Der Kommentar von Rahel Hug zur Herti Siedlung hat mich beschäftigt. Ein Thema dieser Tragweite und die daraus entstandene Berichterstattung gehen nicht spurlos an einem vorbei. Deshalb habe ich das Gespräch mit dem Finanzdirektor gesucht, um mir ein transparentes und vollständiges Bild zu verschaffen. Die dabei erhaltenen Informationen zeichnen ein deutlich differenzierteres Bild, als es in der Zuger Zeitung und im Kommentar von Frau Hug vermittelt wurde.

Die geplante Gesamtsanierung wird von der Pensionskasse Zug und der WWZ gemeinsam getragen. Beide Institutionen haben sich einstimmig dafür ausgesprochen, sowohl die Arbeitnehmer als auch die Arbeitgebervertreter. Die Liegenschaften stammen aus den 80er Jahren und entsprechen weder heutigen Wohnansprüchen noch den aktuellen energetischen Standards. Eine umfassende Erneuerung ist sachlich begründet und langfristig notwendig.
In der öffentlichen Diskussion ging jedoch ein wesentlicher Punkt unter. Die Eigentümerschaft hatte ein sozialverträgliches Modell vorbereitet, das deutlich über das branchenübliche Vorgehen hinausging. Die Mieterinnen und Mieter hätten ihre Wohnbedürfnisse anmelden können, ein Vormietrecht erhalten und wären durch eine Mietzinsregelung abgesichert worden, wonach die Miete maximal 30 Prozent des Einkommens betragen hätte. Bei tieferen Einkommen wäre der bisherige Mietzins beibehalten worden. Für die Dauer der Bauarbeiten waren Ersatzwohnungen zu denselben Konditionen vorgesehen, verbunden mit der Möglichkeit, nach Abschluss wieder zurückzukehren.
Die geplante Informationsveranstaltung vom 25. Februar hätte diese Punkte transparent erläutert. Sie fand jedoch nicht mehr statt. In der Folge dominierte der Begriff Leerkündigung die Debatte, ohne dass das Gesamtpaket ausreichend dargestellt wurde. Ich hätte mir von der Zuger Zeitung eine umfassendere Einordnung gewünscht. Kommentare sind persönliche Haltungen, doch auch sie sollten auf einer möglichst vollständigen Informationslage basieren.
Gregor Bruhin, Kantonsrat SVP, Zug

