Emotionen statt Konzept
Replik zum Leserbrief «Villa Unterer Frauenstein» von Marilena Amato-Mengis, SP

Der Leserbrief von Marilena Amato-Mengis verkennt bereits im Titel und Ansatz, worum es bei einer verantwortungsvollen Finanzpolitik und Stadtentwicklung gehen sollte. Es reicht nicht, ein emotionales Bild von Grünflächen, Begegnungsorten und Seezugang zu zeichnen, ohne ein konkretes und tragfähiges Nutzungskonzept vorzulegen. Genau daran fehlt es hier. Es bleibt unklar, wie die Villa und das Areal tatsächlich genutzt werden sollen, welche Folgekosten entstehen und welchen konkreten Mehrwert die Bevölkerung langfristig davon hätte.
Ebenso problematisch ist der Preis. Öffentliche Gelder sind keine abstrakte Grösse, sondern stammen aus Steuern und müssen mit Sorgfalt eingesetzt werden. Ein überteuerter Kauf, der primär mit vagen Vorstellungen von Erholung und «Sein» begründet wird, genügt diesem Anspruch nicht. Gerade in Zeiten einer wachsenden Stadt gibt es zahlreiche dringendere Investitionen, etwa in Pflegeplätze, Bildung oder Infrastruktur, die klarer priorisiert werden sollten.
Der Vergleich mit früheren Käufen greift zu kurz. Jede Situation ist anders und vergangene Entscheide sind kein Freipass für neue Ausgaben ohne solide Grundlage. Wer heute eine solche Investition fordert, muss bessere Argumente liefern als ein bisschen «Sein» und «Geld hat die Stadt ja».
Gleichzeitig ist es legitim, dass ein solches Anliegen breit diskutiert wird. Sollte es den Initianten gelingen, genügend Unterschriften für eine Volksabstimmung zu sammeln, dann gehört die Entscheidung vor das Volk. Gerade deshalb ist es wichtig, die Schwächen dieser Vorlage offen zu benennen, damit die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger eine fundierte Entscheidung treffen können. Eine Vorlage ohne klares Konzept und mit fragwürdiger Kostenbasis sollte an der Urne keinen Bestand haben.
Marcus H. Bühler, Gemeinderat, SVP Stadt Zug

