Der Platz wird knapp – es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen
Ich bin Mutter von vier Kindern und Bäuerin. Darum schaue ich nicht nur auf das Heute, sondern auch auf das, was wir unseren Kindern einmal hinterlassen. Mich beschäftigt, wie stark die Zuwanderung in unser Land in den letzten Jahren geworden ist.

Als im Mai 2000 über die Personenfreizügigkeit abgestimmt wurde, rechnete man mit deutlich tieferen Zuwanderungszahlen, etwa mit 8’000 bis 10’000 Personen pro Jahr aus dem EU-Raum. Heute zeigt sich, wie attraktiv die Schweiz geworden ist. Inzwischen kommen Jahr für Jahr 80’000 bis 100’000 Menschen zusätzlich in unser Land. Das bleibt nicht ohne Folgen.
Mehr Menschen brauchen mehr Wohnungen, mehr Strassen, mehr Schulen und mehr Infrastruktur. Genau darum wird immer mehr Boden überbaut. In der Schweiz geht in kurzer Zeit sehr viel Boden verloren, auf das Jahr gerechnet fast in der Grösse des Zugersees. Was einmal unter Beton und Asphalt liegt, ist für immer verloren.
Gerade wir Bauern brauchen produktive Landwirtschaftsflächen. Ohne sie können wir keine Lebensmittel erzeugen. Gleichzeitig kommt die Versorgung der Schweiz zunehmend unter Druck. Auch im Alltag spüren wir die Folgen. Der Verkehr nimmt zu, auch bei uns im Ägerital.
2024 wurden auf den Schweizer Nationalstrassen über 55’000 Staustunden registriert. Das ist rund siebenmal mehr als im Jahr 2000. Der grösste Teil davon geht auf Überlastung zurück. Erlebnisräume drinnen wie draussen sind oft voll. Der Platz wird knapp. Jetzt ist es Zeit, Verantwortung zu übernehmen. Unsere Ressourcen sind nicht unendlich. Wir müssen die Zuwanderung wieder selbst und nicht durch die EU steuern, wie das in fast allen Ländern der Welt längst üblich ist.
Tragen wir Sorge zu unserem Land und unseren Lebensgrundlagen. Für uns und vor allem für unsere Kinder. Darum stimme ich am 14. Juni Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative.
Irène Meier, Alosen

