Die Schweiz braucht keine Belehrungen von Expats
Mit Interesse habe ich den Artikel über die Sorgen einiger Expats bezüglich der Diskussion um die 10-Millionen-Schweiz gelesen. Auffällig ist dabei, dass Personen ohne Stimm- und Wahlrecht zunehmend versuchen, über Parteien und Interessengruppen Einfluss auf die politische Meinungsbildung zu nehmen. Das ist zwar legitim, sollte aber offen benannt werden.

Die Behauptung, der Wohlstand der Schweiz sei von einer immer stärkeren Zuwanderung abhängig, überzeugt mich nicht. Unser Land war bereits lange vor der Personenfreizügigkeit erfolgreich. Der Wohlstand wurde von Generationen von Schweizerinnen und Schweizern aufgebaut – durch Fleiss, Innovation, Eigenverantwortung und unser einzigartiges Bildungssystem.
Heute wird oft so getan, als sei weiteres Wachstum die einzige Lösung. Dabei werden die negativen Folgen ausgeblendet: Wohnungsnot, Verkehrsüberlastung, steigende Mieten und ein zunehmender Druck auf den Arbeitsmarkt. Viele Schweizer Arbeitnehmer erleben, dass sie bei Bewerbungen von günstigeren Arbeitskräften aus dem Ausland verdrängt werden. Nicht immer entscheidet die bessere Qualifikation, sondern oft schlicht der tiefere Preis.
Ebenso kritisch sehe ich die mangelnde Integration vieler Expats. Wer von den hohen Löhnen, der Sicherheit und der Lebensqualität in der Schweiz profitiert, sollte bereit sein, sich einzubringen. Dazu gehört auch, eine Landessprache zu lernen. Integration ist keine Bringschuld der Schweiz, sondern eine Holschuld jener, die sich dauerhaft hier niederlassen.
Die Schweiz braucht keine Arroganz nach dem Motto «ohne uns geht es nicht». Sie braucht eine Zuwanderungspolitik, die den Interessen der eigenen Bevölkerung dient.
Alex Haslimann, Kantonsrat SVP Risch

