Bürgerliche Zusammenarbeit, gestern, heute und morgen
Im ganzen Zugerland verweist die FDP stolz auf ihre historischen Wurzeln als gestaltende Kraft von 1848. Da gab es doch im Freistaat Zug noch andere Kräfte denen wir viel zu danken haben?

Tempi passati! Plakate und frühere historische Verdienste reichen nicht aus, wenn in einer wirtschaftlich und geopolitisch angespannten Zeit der Blick nach vorne fehlt. Krieg in Nahost, Krieg in Europa, eine mit 14’800 Milliarden Euro (das sind 14,8 Billionen Euro, Stand 2025) verschuldete 27-EU, Massenentlassungen in Deutschland fordern heraus, lokalen Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern.
Wir haben keine Zeit für politische und ordnungspolitische Orientierungslosigkeiten! Auf lokaler Ebene klappt das Miteinander im Kantonsrat. Die Bürgerlichen ziehen bei Finanz- und Wirtschaftsthemen meist am selben Strick. Für die pragmatische Zusammenarbeit gebührt FDP und Mitte Lob.
Umso unverständlicher ist es, wenn diese beiden Parteien bei staatspolitischen Grundsatzfragen auf nationaler Ebene ständig den linken Schulterschluss mit GLP und Rot-Grün suchen. Sich von der SVP abgrenzen ist keine Strategie! Dass Freisinn und Mitte beim Widerstand gegen die Neutralitätsinitiative von ProSchweiz spürbar leiser auftreten als noch bei der SVP-Nachhaltigkeitsinitiative zeigt immerhin, dass der ständige Gleichschritt mit den Linken die bürgerliche Basis bis tief in die Mitte irritiert.
Ein echter Belastungstest für die bürgerliche Verlässlichkeit von FDP, Mitte und SVP steht direkt an: Traktandum 17 der nächsten Kantonsratssitzung – es geht um die Standesinitiative zum Ständemehr. Um die föderalen Rechte kleiner Kantone wie Zug bei schicksalhaften EU-Verträgen zu schützen braucht es alle Bürgerlichen an vorderster Front.
Es wird sich zeigen, ob FDP und Die Mitte Hand zu dieser Vorlage reichen und den Schutz unserer kantonalen Souveränität unterstützen. Wer Föderalismus und eigenständige Handlungsfreiheit nicht im Anti-SVP-Bündnis verwässern will, muss jetzt Farbe bekennen.
Der Zuger Freisinn und Die Mitte tun gut daran, den Blick nach vorne zu richten – mit Mut zu kompromisslosen Antworten für die Schweiz von «2048», hoffentlich nicht als ausgebeutete EU-Kolonie mit Zug mitten im Schlamassel, «bilateral» eingebrockt 2028!
Philip C. Brunner,
Parteipräsident & Fraktionspräsident SVP Zug

