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Die Gegner wollen günstiges Pflegepersonal aus dem Ausland

Die Verdichtung funktioniert viel langsamer und viel teurer, als man sich dies mit der Revision des Raumplanungsgesetzes (RPG) erhofft hatte. Hinzu kommt, dass das Angebot an neuem Bauland durch die Revisionen des RPG verknappt wurde. Die Quittung dieser Gesetzesanpassungen gepaart mit der Zuwanderung spüren viele Zuger direkt.

Wohnraum, öffentliche Infrastruktur, Sportflächen und Erholungsräume lassen sich nicht im gleichen Tempo hochfahren, wie die Bevölkerung aktuell wächst. Infrastruktur braucht Zeit, Platz, immer mehr Geld und immer mehr Akzeptanz. Doch genau bei dieser Akzeptanz bröckelt es.

Wenn bestehende Quartiere immer dichter werden, ruhige Erholungsräume in die Ferne rücken, Sportanlagen an den Abenden permanent ausgelastet sind und gleichzeitig Wohnraum knapper und teurer wird, wächst in der Bevölkerung verständlicherweise der Widerstand.

Viele Menschen haben das Gefühl, dass ihr direkter Lebensraum enger wird und die Entwicklung nicht mehr in einem Tempo verläuft, das für alle nachvollziehbar und tragbar ist. Besonders widersprüchlich ist die Diskussion beim Pflegepersonal. Die Bevölkerung hat der Pflegeinitiative zugestimmt, damit der Pflegeberuf in der Schweiz attraktiver wird, damit mehr Pflegepersonal in der Schweiz ausgebildet wird und damit bessere Arbeitsbedingungen entstehen.

Doch in der Diskussion um die Nachhaltigkeitsinitiative werden die positiven Auswirkungen der Pflegeinitiative nicht erwähnt. Die Gegner der Nachhaltigkeitsinitiative wollen somit weiterhin günstiges Pflegepersonal aus dem Ausland rekrutieren und blenden dabei sogar aus, dass gemäss aktuellem Lagebericht des Seco im Gesundheits- und Sozialwesen über 12’000 Person arbeitslos sind.

Ich bin überzeugt, dass die Schweiz bei einem Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative weiterhin attraktiv und wirtschaftlich stark bleiben kann. Nachhaltiges Wachstum bedeutet nicht Vollbremsung und auch kein Chaos. Es bedeutet, rechtzeitig vom Sprint auf ein Tempo zu wechseln, das man auch langfristig durchhält.

Hans Jörg Villiger, Kantonsrat SVP, Cham

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