Die Initiative verlangt keine Abschottung
Wer ehrlich auf die Zahlen schaut, kommt um ein Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative am 14. Juni nicht herum. Ende 2025 leben rund 9,1 Millionen Menschen in der Schweiz. Seit Einführung der Personenfreizügigkeit 2002 sind 1,7 Millionen Einwohner dazugekommen, hauptsächlich durch Zuwanderung.

2023 erreichte der Wanderungssaldo mit 148’000 Personen einen historischen Höchststand. Auch ohne diese Sondersituation liegen die jährlichen Nettozuwanderungen stabil hoch bei 70’000 bis 80’000 Personen.
Die Folgen sind messbar, nicht erfunden. Die Leerwohnungsziffer ist 2025 schweizweit auf 1,00 Prozent gefallen, in Zug auf 0,42, in Zürich auf 0,48 Prozent. Der Bund spricht bei unter 1 Prozent von «akuter Wohnungsnot». Die Angebotsmieten dürften jährlich um 3 bis 5 Prozent steigen. Eine Studie der Universität Freiburg zeigt: Jedes Prozent Zuwanderung treibt die Neumieten um 7 Prozent in die Höhe.
Und der oft gepriesene Wohlstand? Das BIP pro Kopf ist zurückgegangen und zwar in einer konjunkturell guten Phase. Wir wachsen «in die Breite», nicht «in die Tiefe». Pro Kopf wird die Schweiz nicht reicher, sondern dichter, voller, teurer.
Die Initiative verlangt keine Abschottung. Sie verlangt eine Obergrenze: 10 Millionen Einwohner vor 2050. Das ist Mass und Mitte angesichts dessen, dass das Bundesamt für Statistik im aktuellen Referenzszenario die 10-Millionen-Marke bereits 2040 erwartet und bis 2055 sogar 11 Millionen prognostiziert.
Wer die Schweiz erhalten will, bezahlbares Wohnen, intakte Landschaft, funktionierende Infrastruktur, sagt am 14. Juni Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative.
Gregor R. Bruhin, Kantonsrat Zug

