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Heiratsstrafe beseitigen – nicht das Steuersystem sprengen

Die Individualbesteuerung wird als moderne Lösung verkauft, ist aber ein teurer Umweg. Das eigentliche Problem liegt bei der direkten Bundessteuer. Die Kantone, allen voran Zug, haben die Heiratsstrafe längst beseitigt – mit Splittingmodellen, die Ehepaare als wirtschaftliche Gemeinschaft behandeln. Diese Modelle sind erprobt, verständlich und könnten ohne Weiteres auch bei der Bundessteuer angewendet werden.

Statt bewährte Lösungen zu übernehmen, will eine äusserst knappe Mehrheit des National- und Ständerates einen fundamentalen Systemwechsel erzwingen. Die Folgen sind Mehrbelastungen für Einverdiener-Ehepaare und Familien mit grossen Einkommensunterschieden sowie deutlich mehr Bürokratie. Profiteure sind vor allem Doppelverdiener-Ehepaare mit ähnlichen Einkommen.

Wer die Heiratsstrafe wirklich abschaffen will, sollte gezielt reparieren und nicht ein funktionierendes System während zehn Jahren, über alle Kantone hinweg, umbauen. Aus diesen Gründen empfehle ich ein Nein zum Bundesgesetz über die Individualbesteuerung.

Hans Jörg Villiger, Kantonsrat SVP Cham

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