Individualbesteuerung und Familien
Replik zum Beitrag von Laura Zimmermann vom 23. Juni in der Zuger Zeitung

Frau Laura Zimmermann behauptet im Gastbeitrag in der Zuger Zeitung vom 23. Juni 2025, die Individualbesteuerung stärke Familien! Dabei verwendet sie eine Rhetorik, die befremdet und so nicht unwidersprochen bleiben darf.
Sie schreibt von „Bestrafung weiblicher Erwerbstätigkeit“, und «Väter fänden sich unhinterfragt und selbstverständlich in der Versorgerrolle wieder». Ergänzend empfiehlt sie den „Kämpferinnen und Kämpfern für liberale Anliegen“ den im eidgenössischen Parlament knapp erreichten Sieg für die Individualbesteuerung zu geniessen, das Referendum sei ziemlich sicher.
Ja dem ist so und ich unterstütze es vollkommen. Das Problem der steuerlichen Heiratsstrafe besteht und muss behoben werden. Der Kanton Zug hat das Problem der steuerlichen Heiratsstrafe auf Ebene der Kantons- und Gemeindesteuern bereits im Jahre 2001 behoben – so auch viele andere Kantone.
Die einfache tarifarische Lösung könnte auch bei der direkten Bundessteuer einfach im bestehenden System umgesetzt werden, ohne die (kantonalen) Vollzugsbehörden schweizweit mit 1.7 Millionen mehr Steuerverfügungen zu belasten und den Steuerkundinnen und -kunden (in Zug sind wir das glücklicherweise noch) zusätzliche, enorme Kosten aufzubürden.
Zudem werden damit Ehegemeinschaften mit stark unterschiedlich hohen Einkommen gegenüber heute steuerlich mehr belastet! Wenn es den BefürworterInnen der Individualbesteuerung nur um die Behebung der Heiratsstrafe geht, sollten sie mit der längst umgesetzten Kantonslösung doch auch bei der Bundessteuer einverstanden sein! Oder geht es ihnen um mehr?
Gibt es tatsächlich derart viele Frauen, die sich nur dann gleichberechtigt fühlen, wenn sie ihre eigene Steuererklärung ausfüllen dürfen? Daran kann‘s ja wohl nicht liegen!
Adrian Risi, Zug
Kantonsrat SVP

