JA zur Abschaffung der unfairsten Steuer welche die Schweiz kennt!
Am 28. September 2025 stimmen wir über den Eigenmietwert ab. Die Diskussion wird von der Behauptung dominiert, eine Annahme führe zu «massiven Steuerausfällen». Es ist jedoch entscheidend, die Fakten genau zu kennen.

Die von Gegnern angeführte Zahl von 1,78 Milliarden Franken an Steuerausfällen, basierend auf einer statischen Berechnung der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV), ist irreführend und unvollständig. Diese Berechnung vernachlässigt mehrere entscheidende Faktoren. Zum einen geht sie von einem Hypothekarzinssatz von nur 1,5 Prozent aus.
Bei höheren Zinssätzen könnten die Steuereinnahmen unter dem neuen System sogar steigen. Zudem lässt die ESTV-Schätzung den Spielraum der Kantone unberücksichtigt, eine Objektsteuer auf Zweitliegenschaften einzuführen oder Abzüge für energetische Sanierungen weiterhin zu gewähren. Je nach den Entscheidungen der Kantone könnten dadurch sogar Mehreinnahmen generiert werden.
Der wichtigste und meist übersehene Aspekt sind die dynamischen Effekte. Ein statisches Modell ignoriert, wie sich das Verhalten von Hausbesitzern bei veränderten Anreizen ändert. Wenn Eigenheimbesitzer nach der Abschaffung des Eigenmietwerts weniger Steuern zahlen, haben sie mehr Geld, das sie ausgeben oder anlegen können.
Dies führt zu Mehreinnahmen durch höhere Vermögens- und Mehrwertsteuern. Auch eine mögliche Zunahme der Nachfrage nach Wohneigentum würde die Grundstückgewinnsteuern erhöhen. Der Hauseigentümerverband (HEV) schätzt, dass sich die Grundstückgewinnsteuern infolge höherer Preise von Häusern um 1,9 Milliarden Franken erhöhen. Studien bestätigen, dass die Steuereinnahmen insgesamt positiv beeinflusst werden könnten.
Die Abschaffung des Eigenmietwerts ist nicht nur aus steuerlicher Sicht vorteilhaft, sondern auch aus prinzipiellen Gründen. Es ist eine überholte Notmassnahme aus dem Jahr 1934, die unser Steuersystem unnötig verkompliziert und fiktives Einkommen besteuert. Sie zwingt Rentner mit abbezahlten Häusern, hohe Steuern zu zahlen, obwohl ihr Einkommen gering ist, und setzt Anreize für eine hohe Verschuldung.
Es ist höchste Zeit, diesen steuerpolitischen Anachronismus zu beenden und ein gerechteres und einfacher strukturiertes Steuersystem zu schaffen.
Philip C. Brunner
Kantonsrat, Zug

