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Keine weiteren Grünflächen, sondern mehr Wohnraum

Braucht Baar an zentraler Lage, mitten in einer Wohnzone, tatsächlich einen zusätzlichen Garten? Die klare Antwort lautet: Nein. Rund 75 Prozent des Gemeindegebiets entfallen auf Grün- und Landschaftsflächen.

Naherholungsgebiete und die schöne Landschaft gehören damit längst zu den Vorzügen Baars. Was Baar braucht, ist zusätzlicher Wohnraum an gut erschlossener, zentraler Lage. Bereits im Jahr 2022 bezeichnete  der Gemeinderat das Geviert Leihgasse/Rigistrasse als «strategisch wichtig»: Er sah dort Potenzial für die Schaffung von Wohnraum und zog auch eine Einbindung in das Projekt «Wohnen im Alter» in Betracht.

Wer diese zentrale Fläche dennoch zum Hobbygarten machen will, setzt die falschen Prioritäten. Stossend ist zudem, dass die hängige SVP-Interpellation zur Entwicklung dieses Gebiets im Artikel mit keinem Wort erwähnt wird. Sie stellt genau jene Fragen, die vor einer Entscheidung über die Nutzung der gemeindeeigenen Parzellen beantwortet werden müssen. Statt die politische Diskussion und die Antwort des Gemeinderats  abzuwarten, wird bereits eine Eröffnung im Frühling 2027 angekündigt.

So dürfen auf gemeindeeigenem Boden keine Fakten geschaffen werden. Ebenso wenig überzeugt es, die Interessen eines Vereins als «Bedürfnis der Bevölkerung» darzustellen. Die Aussage der Vereins-Co-Präsidentin,  die Reaktionen seien «positiv bis enthusiastisch», ist dafür kein repräsentativer Beleg. Partikularinteressen bleiben Partikularinteressen, auch wenn sie mit wohlklingenden Begriffen wie Nachhaltigkeit, Gemeinschaft  und gesellschaftlichem Zusammenhalt verbunden werden. Fragwürdig ist schliesslich der Verweis auf Frankreich als Beispiel für gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Persönliche Erfahrungen aus einem anderen Land ersetzen weder den Bedarfsnachweis noch eine sachliche raumplanerische Beurteilung. Zentral gelegenes Wohnbauland darf keine Spielwiese einer kleinen  Interessengruppe sein. Zuerst muss der Gemeinderat die SVP-Interpellation beantworten, die Entwicklungsoptionen offenlegen und die unterschiedlichen Interessen sorgfältig abwägen. Das letzte Wort über die Zukunft  des Areals muss die Baarer Bevölkerung haben.

Markus Widmer, Baar

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