Mass und Vernunft
Der Kanton Zug hat sich in den letzten Jahren stark verändert – wie die restliche Schweiz auch. Mieten steigen, ohne Englisch kommt man fast nicht mehr durch, wer hier aufgewachsen ist, fühlt sich zunehmend fremd im eigenen Zuhause – so auch ich.

Die linke Erklärung: Der Standort sei schlicht zu attraktiv. Also müsse man ihn weniger attraktiv machen. Was mich beunruhigt: Auch bürgerlich denkende Zugerinnen und Zuger beginnen, diesen Trugschluss zu glauben.
Ein Blick auf die Fakten genügt. Bern, Basel, Zürich, Genf, Lausanne – alle mit deutlich höheren Steuern als Zug, alle mit denselben Mietproblemen. Wenn hohe Steuern das Problem lösen würden, müssten diese Städte günstig sein. Sind sie nicht.
Das Bundesamt für Wohnungswesen liefert die eigentliche Erklärung: Der Treiber für die hohen Mieten in der Schweiz ist mit über 60% die Zuwanderung. Nicht die Steuern.
Daraus folgt: Wir können den Standort Zug erhalten, müssen aber die Zuwanderung eindämmen. Was wir brauchen, ist eine national geregelte Zuwanderung auf einem verträglichen Niveau.
Die Nachhaltigkeitsinitiative tut genau das. Auch nach ihrer Annahme können bis zu 40’000 Personen jährlich netto einwandern – statt wie heute 80’000 bis 100’000. Keine Abschottung. Kein Extremismus. Nur Mass und Vernunft.
Wer das Erfolgsmodell Zug nicht opfern will, wer nicht hohe Mieten, hohe Steuern und gleichzeitig den Verlust von Heimat und Identität in Kauf nehmen will, der stimmt Ja zur Nachhaltigkeitsinitiative.
Gregor Bruhin, Kantonsrat, Zug

