Nachhaltigkeit beginnt bei der Begrenzung
Die Debatte um die NachhaltigkeitsInitiative ist überfällig. Während uns von verschiedener Seite ständig erklärt wird, wie wir effizienter heizen, Strom sparen oder weniger Fläche verbrauchen sollen, wird der grösste vorhandene Hebel konsequent ignoriert: das unkontrollierte Bevölkerungswachstum durch die Zuwanderung.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache und entlarven die gängigen Beschwichtigungs-versuche: Erstens beim Wohnraum: Es ist nicht nur «steigender Wohlstand», der uns in die Wohnungsnot treibt. Laut Experten sind über 80 Prozent des seit dem Jahr 2000 zusätzlich benötigten Wohnraums direkt auf das Bevölkerungswachstum zurückzuführen. Wer diese Realität ausblendet, löst das Problem nicht.
Zweitens bei der Energie: Wir investieren Milliarden in Effizienz. Doch jede eingesparte Kilowattstunde bei Lampen oder Haushaltsgeräten wird durch das massive Wachstum der Einwohnerzahl sofort wieder aufgefressen. Das ist das «Ogi-Eier-Kocher-Paradox»: Wir sparen zwar individuell, aber das Gesamtsystem ist bereits überhitzt, weil immer mehr Menschen dazukommen.
Drittens beim Arbeitsmarkt: Das Mantra, die Personenfreizügigkeit würde den Fachkräftemangel lösen, ist krachend gescheitert. Trotz massiver Zuwanderung leiden heute anteilsmässig deutlich mehr Betriebe unter Rekrutierungsschwierigkeiten als noch vor 20 Jahren. Zuwanderung schafft keine Fachkräfte, sie schafft vor allem neue, teure Engpässe bei Spitälern, Schulen, Infrastruktur und dem Verkehr. Jeder Zuwanderer benötigt die gleichen Dienstleistungen wie wir sie alle erwarten; Pflege, Kinderbetreuung, Schulunterricht usw.
Eine Schweiz mit zehn Millionen Einwohnern ist keine erstrebenswerte Vision, sondern eine Drohkulisse für unsere Lebensqualität und unsere Infrastruktur. Wenn wir unsere Umwelt, unsere Natur und unseren sozialen Zusammenhalt wirklich schützen wollen, müssen wir endlich den Mut haben, das exzessive Wachstum zu begrenzen. Die Nachhaltigkeits-Initiative ist der notwendige Stopp-Knopf, um diese Entwicklung zu bremsen, bevor unsere Kapazitäten endgültig erschöpft sind – denn dann droht das wirkliche Chaos – garantiert!
Philip C. Brunner,
Präsident SVP Kanton Zug
Kantonsrat

