Nein zur Individualbesteuerung – Schluss mit dieser Mogelpackung!
Am 8. März 2026 wird uns die Individualbesteuerung als «Gerechtigkeit» verkauft. In Wahrheit ist sie ein Systemwechsel, der neue Ungerechtigkeiten schafft, Familien gegeneinander ausspielt und am Ende auch noch teuer wird.

Wer heute «Heiratsstrafe» ruft, verschweigt: Diese Vorlage löst das Problem nicht, sie verschiebt es – und zwar dorthin, wo es am meisten weh tut: zu Familien mit Kindern und zu Haushalten, in denen die Einkommen ungleich verteilt sind. Das Prinzip ist simpel: Gleiche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit muss gleich besteuert werden.
Genau dieses Prinzip wird mit der Individualbesteuerung kaputtgemacht, sobald man Familien als Einheit betrachtet. Denn Familien leben nicht als zwei getrennte Steuer-Excel-Tabellen. Sie teilen Miete, Krankenkasse, Kinderkosten, Lebensmittel – und tragen Verantwortung gemeinsam. Trotzdem sollen sie künftig völlig unterschiedlich belastet werden, nur weil sie die Erwerbsarbeit anders aufteilen.
Um es auf den Punkt zu bringen: Zwei vierköpfige Familien, beide 150’000 Franken Haushaltseinkommen. Familie A: beide verdienen je 75’000 – zahlen beim Bund rund 520 Franken Steuer. Familie B: ein Einkommen von 150’000 – rund 5700 Franken. zehnmal mehr. Für die gleiche wirtschaftliche Realität. Das ist keine «neue Fairness», das ist eine Strafsteuer gegen bestimmte Familienmodelle.
Und wer gewinnt? Ausgerechnet jene, die ohnehin schon sehr gut dastehen: gutverdienende Doppelverdiener mit ähnlich hohen Löhnen. Dort sind die Entlastungen am grössten. Wer verliert? Einverdienerfamilien, Paare mit grossen Lohnunterschieden und damit oft Haushalte, die Kinderbetreuung und Beruf pragmatisch organisieren müssen. Man nennt es «Steuergerechtigkeit» – tatsächlich ist es eine Umverteilung, die oben feiert und unten bezahlt.
Dann die Gleichstellungs-Show: Befürworter behaupten, dadurch würden Frauen massiv mehr arbeiten. Falsch: Die Arbeitsteilung hängt viel stärker von Kinderbetreuung, Arbeitszeiten, Ausbildung und Vereinbarkeit ab als von einem neuen Steuertarif. Wer wirklich Gleichstellung will, muss Betreuung bezahlbar machen, Strukturen verbessern und Arbeitgeber in die Pflicht nehmen – statt des Steuersystems so umzubauen, dass neue Verlierer entstehen.
Und die Rechnung? Der Bund rechnet mit rund 620 Millionen Franken Steuerausfällen pro Jahr. Dieses Loch verschwindet nicht. Es wird gestopft – mit Sparpaketen, Gebühren oder indirekten Steuern, die alle treffen, auch jene ohne Bundessteuer. Für einen mickrigen Effekt: gemäss Schätzungen entstehen 6800 zusätzliche Vollzeitstellen. Das heisst: fast 100’000 Franken Kosten pro Stelle. Das ist kein kluger Einsatz von Steuergeld, das ist ein teures Experiment. Dazu kommt Bürokratie: mehr Erklärungen, mehr Prüfungen, mehr Aufwand in Kantonen und Gemeinden – genau dort, wo der Mittelstand zahlt.
Schon beim Bund ist es schwierig, nicht massenhaft Verlierer zu produzieren. In den Kantonen wird das noch härter. Wer die Heiratsstrafe mildern will, kann das pragmatisch tun: Tarife anpassen, den Zweiverdienerabzug erhöhen, Familien nicht gegeneinander ausspielen. Darum: Am 8. März 2026 Nein zur Individualbesteuerung. Nein zu neuen Ungerechtigkeiten. Nein zu teuren Experimenten auf dem Rücken der Familien. Wer diese Vorlage annimmt, stimmt für mehr Ungleichheit, mehr Papierkram und weniger Spielraum für Lösungen jetzt. Lassen sie sich nicht einen «Fortschritt» andrehen: Das ist ein Rückschritt.»
Adrian Risi, Zug
Co Präsident Komitee gegen den Steuerschwindel

