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Parteiübergreifendes Komitee lanciert Volksinitiative für ein eigenes Hospiz im Kanton Zug

Unter dem Leitsatz «Für ein Lebensende in Würde» lanciert ein neunköpfiges, parteiübergreifendes Initiativkomitee am Samstag, 24. Oktober 2026, die kantonale Volksinitiative «Für ein eigenes Hospiz im Kanton Zug». Ziel ist die Schaffung eines stationären Hospizes für schwerkranke und sterbende Menschen. Damit sollen Zugerinnen und Zuger die Möglichkeit erhalten, ihre letzte Lebensphase in Würde, Geborgenheit und möglichst nahe bei ihren Angehörigen zu verbringen.

Politischer Vorstoss blieb ohne den erhofften Erfolg

Bereits im Jahr 2025 setzten sich mehrere Kantonsräte der SVP mit einer Motion für die Schaffung eines eigenen Hospizes im Kanton Zug ein. Der Kantonsrat erklärte die Motion im Herbst 2025 jedoch knapp mit 29:33 lediglich teilweise erheblich. Die Forderung nach einem eigenen stationären Hospiz fand damit nicht die erhoffte Unterstützung.

Für die Initianten ist das Anliegen damit keineswegs erledigt. Mit der Lancierung einer kantonalen Volksinitiative soll nun die Zuger Stimmbevölkerung die Möglichkeit erhalten, über die Schaffung eines eigenen Hospizangebots zu entscheiden.

Menschen aus dem Kanton Zug sollen für ein entsprechendes Hospizangebot nicht auf eine Lösung ausserhalb des Kantons angewiesen sein müssen. Ein Zuger Hospiz soll eine gute palliative ambulante Betreuung zu Hause ergänzen, nicht ersetzen.

Persönliches Schicksal verdeutlicht die Notwendigkeit

Wie bedeutend ein eigenes Hospiz im Kanton Zug wäre, musste zwischenzeitlich auch ein Mitglied des Initiativkomitees persönlich erfahren. Ein nahes Familienmitglied verbrachte seine letzte Lebensphase in einem ausserkantonalen Hospiz und verstarb dort.

Dieses Erlebnis hat den Wunsch nach einer wohnortsnahen Hospizversorgung zusätzlich bestärkt. Gerade in der letzten Lebensphase sind die Nähe zu Angehörigen, vertraute Menschen und ein würdevolles Umfeld von besonderer Bedeutung. Ein ausserkantonaler Hospizaufenthalt kann für Betroffene und ihre Familien zusätzliche organisatorische und emotionale Belastungen mit sich bringen.

Ein Ort der Würde und Geborgenheit

Ein Hospiz unterscheidet sich von einem klassischen Spital oder Pflegeheim. Im Mittelpunkt steht nicht mehr die Heilung einer Erkrankung, sondern die bestmögliche Lebensqualität in der letzten Lebensphase. Dazu gehört insbesondere die Linderung von Schmerzen und anderen Beschwerden sowie die persönliche und menschliche Begleitung der Betroffenen und ihrer Angehörigen.

Die Initiative verlangt, dass der Kanton Zug ein bedarfsgerechtes stationäres Hospizangebot sicherstellt. Nach Annahme der Initiative soll der Regierungsrat dem Kantonsrat eine Vorlage zur Schaffung, Finanzierung und Sicherstellung des Betriebs unterbreiten.

Dabei wird bewusst weder ein konkreter Standort noch eine bestimmte Organisationsform vorgeschrieben. Denkbar ist sowohl ein eigenständiges Hospiz als auch eines in Verbindung mit einer bestehenden oder neu entstehenden Gesundheits- oder Pflegeinstitution.

Ein weiteres Anliegen ist die finanzielle Zugänglichkeit. Eine stationäre Hospizbetreuung soll nach dem Willen der Initianten grundsätzlich allen Betroffenen offenstehen, unabhängig von ihren finanziellen Verhältnissen.

Breite politische und gesellschaftliche Unterstützung

Die Volksinitiative wird von einem neunköpfigen, parteiübergreifenden Initiativkomitee getragen. Neben sechs Kantonsräten der SVP engagieren sich auch Vertreterinnen der FDP und der ALG für das Anliegen.

Dem Initiativkomitee gehören auch Persönlichkeiten von Hospiz Zug mobil, Pro Senectute und dem Zuger Seniorenverband an. Sie bringen ihre Erfahrungen und Fachkenntnisse zum Thema Hospiz in das Komitee ein. Damit vereint das Komitee sowohl politische als auch praktische Erfahrungen aus dem Hospizbereich.

Dem Initiativkomitee ist bewusst, dass die Schaffung und der Betrieb eines eigenen Hospizes mit finanziellen Aufwendungen verbunden sind. Die Initianten sind jedoch überzeugt, dass diese Mittel sinnvoll investiert wären. Ein eigenes Hospiz ist eine langfristige Investition in die Lebensqualität, die Würde und die Versorgung der Zuger Bevölkerung. Gerade in einem finanziell gut aufgestellten Kanton wie Zug sollte nach Ansicht des Komitees auch die würdevolle Begleitung von Menschen am Lebensende ihren festen Platz haben.

Dem Initiativkomitee gehören folgende Personen an:

  • Alessandro Ehrbar, Kantonsrat SVP, Risch
  • Esther Monney, Kantonsrätin SVP, Unterägeri
  • Emil Schweizer, Kantonsrat SVP, Neuheim
  • Hans Jörg Villiger, Kantonsrat SVP, Cham
  • Brigitte Wenzin Widmer, Kantonsrätin SVP, Cham
  • Thomas Werner, Kantonsrat SVP, Unterägeri
  • Carina Brüngger, Kantonsrätin FDP / Geschäftsleiterin Pro Senectute, Steinhausen
  • Gabriela Rüegg, Vorstandsmitglied Hospiz Zug mobil
  • Tabea Zimmermann Gibson, Kantonsrätin ALG / Präsidentin Kantonaler Seniorenverband Zug KSVZ, Zug

Start der Unterschriftensammlung am 24. Oktober 2026

Mit der Lancierung am Samstag, 24. Oktober 2026 begann die Unterschriftensammlung für die kantonale Volksinitiative. Das Initiativkomitee möchte damit die Diskussion über die stationäre Hospizversorgung im Kanton Zug weiterführen und eine konkrete politische Grundlage für die Schaffung eines eigenen Hospizes schaffen.

Das gemeinsame Anliegen der Initianten ist es, dass schwerkranke und sterbende Menschen aus dem Kanton Zug ihre letzte Lebensphase künftig auch in einem stationären Hospiz innerhalb des eigenen Kantons verbringen können. Für ein Lebensende in Würde.

Gesetzesinitiative

Kontaktmail: info@hospiz-initiative.ch

 

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