Die Schweiz ist ein Einwanderungsland
Wer sich jetzt verwundert die Augen reibt oder sich mit dieser Aussage schwertut, sollte sich die konkreten Zahlen genauer anschauen.

Über zwei Millionen Menschen ohne Schweizer Pass leben heute in der Schweiz – das sind rund 26 % der Bevölkerung. Zum Vergleich: In Deutschland liegt der Ausländeranteil bei etwa 14 %, in Italien bei 11 %, in Frankreich bei 8,5 % und im Rentnerparadies Spanien bei 13,5 %. Im Kanton Zug hat der Ausländeranteil erstmals knapp die 30 % Grenze überschritten.
Die Schweiz zieht mobile Menschen an, u.a. wegen ihrer stabilen Wirtschaft, der politischen Stabilität, der Sicherheit oder einfach ausgedrückt, wegen der überdurchschnittlichen Lebensqualität.
Dieser Magneteffekt bringt Herausforderungen mit sich. Die verhandelten Verträge mit der EU – unter den verführerischen Vorzeichen einer ‘vertieften’ Kooperation plus einer ‘dynamischen’ Rechtsübernahme – öffnen die Türen weiter.
Was als Fortschritt gefeiert wird, verschärft ein Problem, das für uns alle seit mehreren Jahren spürbar ist: wachsender Druck auf Wohnraum, überlastete öV, Stau auf den Autobahnen, Spannungen in urbanen Zentren, das Fehlen von Arbeitskräften, usw. Und wer hat diese hausgemachte Mangellage zu verantworten? Antwort: Wir!
Erfolgreiche, klassische Einwanderungsländer wie Kanada, Australien oder Neuseeland gehen einen anderen Weg: Sie setzen auf klare Einwanderungskriterien mit Punktesystemen und Quoten – Zuwanderung nicht als Zufallsprodukt, sondern als gezielte Steuerung nach gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Bedarf. Die Schweiz hingegen steuert zu zaghaft – bzw. gar nicht. Die Realität überholt die Politik.
Wir haben es in den nächsten Jahren in der Hand, wie wir unsere Zukunft als Einwanderungsland gestalten wollen. Da ich persönlich über längere Zeit in drei Ländern gelebt habe – notabene immer in Nationen mit einem Punktesystem, das sich klar an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes orientiert hat – stelle ich fest: Ein zielgerichtetes System funktioniert nicht nur besser, auch der Kosten/Ertrags-Aufwand ist, richtig berechnet, mit einem weit besseren Endresultat vertretbar.
Marcus Bühler, Gemeinderat SVP Stadt Zug

