Auch die Bevölkerung in Randregionen zahlt Steuern
VORSCHAU ZUR KANTONSRATSSITZUNG VOM 29.10.26 – Der Zuger Kantonsrat tritt am Donnerstag, zu seiner nächsten ordentlichen Sitzung nach den Wahlen zusammen. Auf der umfangreichen Tagesordnung stehen neben zahlreichen parlamentarischen Vorstössen auch gewichtige Gesetzesrevisionen.

Im Kanton Zug gilt der öffentliche Verkehr als vorbildlich. Doch der Schein trügt: Während fast jede Ortschaft angebunden ist, bleibt Finstersee in der Gemeinde Menzingen seit dem Sparprogramm «Finanzen 2019» komplett vom öV-Netz abgeschnitten. Ein unhaltbarer Zustand finde ich. Gerade Menzingen mit Finstersee und den grösseren Weilern müsste längst zeitgemäss erschlossen sein.
Der Regierungsrat argumentiert rein finanzorientiert und beantragt, das entsprechende Postulat nicht erheblich zu erklären. Doch soziale Teilhabe in Aussenquartieren darf sich nicht rein finanziell selbst tragen müssen. Wer den öV nur in Ballungsräumen ausbaut, hängt die Peripherie ab.
Drei Gründe sprechen klar für die erheblich Erklärung:
- Gleichberechtigung: Auch die Bevölkerung in Randregionen zahlt Steuern und hat das Recht auf eine funktionierende Feinverteilung wie die Menschen im Tal.
- Klimaziele: Ein Umstieg vom Individualverkehr gelingt nur mit einem verlässlichen Angebot vor Ort.
- Stärkung der Region: Ein attraktiver öV sichert die Lebensqualität der Berggemeinden nachhaltig. Darum unterstütze ich die erheblich Erklärung des Postulats.
Karl Nussbaumer
Kantonsrat Menzingen

