Das enorme Wachstum bleibt nicht folgenlos
Die Schweiz steht an einem Wendepunkt. Innerhalb von nur zwölf Jahren ist die Bevölkerung um rund eine Million Menschen gewachsen.

Heute kommen jährlich über 100’000 Personen dazu. Gleichzeitig leben wir auf einem begrenzten Raum. Die Folgen sind für viele spürbar. Die Mieten steigen, der Druck auf die Infrastruktur nimmt zu, die Züge sind überfüllt und Grünflächen verschwinden. Wer heute eine Wohnung sucht oder täglich pendelt, merkt, dass dieses Wachstum nicht einfach folgenlos bleibt.
Besonders problematisch ist, dass der Bundesrat im Vorfeld der Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union ganz andere Zahlen in Aussicht stellte. Von 8’000 bis maximal 10’000 zusätzlichen Personen pro Jahr war die Rede. Die Realität liegt heute um ein Vielfaches höher. Dieses Auseinanderklaffen zwischen Versprechen und Entwicklung hat Vertrauen gekostet.
Die Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» setzt hier an. Sie verlangt keine Abschottung, sondern eine klare Obergrenze und rechtzeitiges Handeln. Auch künftig wären jährlich zehntausende Zuwandernde möglich, aber in einem Rahmen, der für unser Land tragbar bleibt. Wer Nachhaltigkeit ernst nimmt, muss auch über Bevölkerungswachstum sprechen. Ein kleines Land kann nicht unbegrenzt wachsen. Es ist Zeit, wieder Mass zu halten.
Alessandro Ehrbar, Kantonsrat SVP, Risch

