Der Täter hat das Gedankengut der SVP mit Füssen getreten
Die Berichterstattung über den angeklagten Sexualstraftäter schlägt in den Schweizer Medien hohe Wellen. Um es gleich klarzustellen: Der Angeklagte verdient keinerlei Rücksichtnahme, denn solche Straftaten, wie sie ihm vorgeworfen werden, sind verabscheuungswürdig.

Dafür gibt es keinerlei Entschuldigung. Was mich aber an der Berichterstattung stört, ist, dass beim Angeklagten ständig erwähnt wird, er sei ein ehemaliger SVP-Grossrat. Dazu Folgendes: Der Täter wurde kurz nach Festnahme vor knapp drei Jahren aus der SVP-Ortspartei und damit auch aus der Kantonalpartei Aargau und der SVP Schweiz ausgeschlossen. Aus dem Grossen Rat ist er nach bloss rund zweijähriger Zugehörigkeit sofort zurückgetreten. Somit hat er mit der SVP seitdem nichts mehr zu tun.
Der Täter hat offenbar jahrelang ein Doppelleben geführt und viele Leute (auch in der SVP) getäuscht und für eigene Karrierezwecke missbraucht. Er hat das Gedankengut der SVP mit seinen Untaten mit Füssen getreten! Als SVPler, der seit über 30 Jahren für diese Partei auf kommunaler, kantonaler und eidgenössischer Ebene ehrenamtlich tätig ist, bin ich klar dafür, schwere Gewalttäter hart zu bestrafen, egal in welcher Partei sie sind oder waren.
Ich erwarte aber auch von allen seriösen Medien, dass sie in der Berichterstattung über solche schlimmen Vorkommnisse klar darlegen, dass diese mit einer Partei – wie in besagtem Fall der SVP –, nichts zu tun haben. Die Öffentlichkeit muss informiert werden, dass sich die SVP von solchen schwer belasteten Angeklagten stets vollumfänglich distanziert. Die SVP steht für eine faire, ausgewogene Berichterstattung.
Robert Furrer, eidg. und kantonaler SVP-Delegierter, Oberkirch

