Führung in Zeiten von Druck auf Zug und auf die Schweiz
Am Tag der Arbeit habe ich das neue Präsidium der SVP Kanton Zug übernommen. Die Reaktionen aus meinem Umfeld waren gemischt: Die einen gratulierten, andere drückten ihr Beileid aus.

Wer das Vereinsleben in der Schweiz kennt, weiss: Einen Verein mit hunderten von Mitgliedern kann niemand im Alleingang führen. Je grösser die Herausforderungen und Fragestellungen, desto breiter muss das Führungsteam aufgestellt sein. Politische Erfahrungen, berufliche Vielfalt und eine geographisch breit abgestützte Basis sind – auch im geographisch kleinen Kanton Zug – unverzichtbar.
Schon vor über 15 Jahren stand ich schon einmal vor der persönlichen Entscheidung, ob ich mich um das Präsidium der Kantonalpartei bewerben solle? Als damaliger Vizepräsident der SVP durfte ich die Kantonalpartei interimistisch führen. Ich entschied mich damals gegen eine Kandidatur, zugunsten anderer Aufgaben – darunter das Präsidium der Geschäftsprüfungskommission der Stadt Zug (GPK). Jetzt stimmt der Moment in mehrfacher Hinsicht – auch weil ich zukünftig von den richtigen Kollegen unterstützt werde.
«Führung» begleitet mich: Vor Jahrzehnten als Pfadiführer, Offizier und Kp Kdt, Hoteldirektor in mehreren Ländern und während über zwei Jahrzehnten als selbständiger Unternehmer zusammen mit meiner Gattin. Seit viereinhalb Jahren bin ich zudem Fraktionspräsident der SVP im Kantonsrat. Mit dieser Erfahrung könnte man meinen, könne nicht mehr viel schiefgehen? Doch, denn die Anforderungen an gute Führung haben sich grundlegend verändert: Genügte früher eine eine klare Anweisung oder gar Befehl, erfordert Führung heute Coaching, Diskussion, Mitnahme. Andere Parteien begegnen dieser Entwicklung mit Co-Präsidien. Die SVP tut dies in der Regel nicht – bei uns trägt eine Person die Verantwortung, gegenüber unseren Wählern, gegenüber unseren Mitgliedern. Warum nimmt man eine solche Aufgabe auf sich?
Weil die Schweiz und auch unser Kanton heute politisch vor enormen Herausforderungen stehen, wie selten zuvor – und weil viele dieser Probleme leider hausgemacht sind – durch verfehlte Politik. Seit über 20 Jahren engagiere ich mich für die SVP, weil sie die Missstände frühzeitig erkennt, klar benennt und konsequent bekämpft. Themen wie überbordende Masseneinwanderung, verfehlte Energiepolitik, abnehmende Sicherheit im öffentlichen Raum oder ein aus dem Gleichgewicht geratener Wohnungsmarkt sind zentral. Der wirtschaftliche Druck auf den hart arbeitenden Mittelstand betrifft alle hier lebenden Menschen unmittelbar.
Oft kämpfte die SVP ganz alleine – wird belächelt, verspottet, ausgegrenzt. Doch der Wind dreht sich nun: Bei Migrationsfragen, beim Asylwesen, beim schleichenden Identitätsverlust, bei Dichtestress, Fragen zu EU, Neutralität, Verschuldung oder der übertriebenen Regulierung des Wohnmarktes und vielen weiteren Fragen war blieb und bleibt die SVP immer auf dem richtigen Kurs. Seit den eidgenössischen Wahlen 2023 konnten wir als grosse nationale Partei bei mehreren kantonalen Urnengängen einige spektakuläre Erfolge feiern. Immer mehr Mitbürgerinnen und Mitbürger erkennen: Die Rezepte der rot-grünen Städte und ihrer Unterstützer in den Medien sind nicht die richtige Medizin für die Zukunft unseres Landes.
Und der Blick nach Deutschland bestätigt: Was dort nun zunehmend Realität ist, könnte auch uns blühen – wenn es uns nicht gelingt, nachhaltig bürgerliche Politik mit Vernunft, Augenmass und pragmatischer Bodenhaftung durchzusetzen.
Wir brauchen auch künftig starke Milizpolitik in Stadt und Kanton, die bereit ist, Fehlentwicklungen zu korrigieren – sei es beim ausufernden Verwaltungswachstum, sei es bei fragwürdigen Projekten aller Art. Ich danke allen, die mir, der SVP und meinem engagierten Team vertrauen, es auch morgen richtig zu machen.
Philip C. Brunner
Präsident SVP Kanton Zug
Kantons- und Gemeinderat

