Hünenberg: Von bürgerlicher Politik ist wenig zu sehen
Der Wahlkampf ist lanciert. Zeit für eine ehrliche Bilanz. Seit Jahren prägt die Mitte Strategie und Baupolitik in Hünenberg. Von bürgerlicher Politik ist wenig zu sehen: mehr Vorschriften statt weniger, mehr Bürokratie statt Eigenverantwortung.

Die Ortsplanungsrevision wurde im September 2025 mit 56 Prozent verworfen, im Bösch sogar mit 94 Prozent. Beim Schulhaus Kemmatten A stiegen die Kosten von geschätzten 14 auf über 25 Millionen Franken, bevor das Projekt abgebrochen wurde. Rund eine halbe Million war da schon verbrannt. Der Bebauungsplan Dorfkern Nord musste 2024 an der Gemeindeversammlung zurückgewiesen werden. Und schon 2023 lehnte die Stimmbevölkerung den Verkauf von gemeindeeigenem Gewerbeland im Bösch mit 52,9 Prozent ab.
Der 28. September 2025 war dann der Zahltag. Über 10’000 Quadratmeter Gewerbefläche hätten ausgezont werden sollen, dazu ein happiger Parkplatzabbau: Beim Mass an Regulierung ist das Augenmass verloren gegangen. Die Stimmbevölkerung hat den Denkzettel verteilt, gehört hat man seither wenig. Es ginge auch anders. Bezahlbarer Wohnraum entsteht nicht durch neue Vorschriften, sondern indem Wohnen und Arbeiten dort zusammenkommen, wo bereits gebaut ist. Wer gleichzeitig die Zuwanderung laufen lässt und das Bauen mit Auflagen verteuert, bekommt keine günstigen Wohnungen, sondern höhere Mieten.
Weniger Gesetze, schlankere Verfahren, Rechtssicherheit fürs Gewerbe und Schutz des Eigentums vor schleichender Enteignung durch Baulinien und Auflagen: Das wäre bürgerliche Baupolitik. Vier gescheiterte Vorhaben in wenigen Jahren, das ist kein Zufall, das ist ein Muster. Am 4. Oktober wird auch das Gemeindepräsidium neu besetzt. Es braucht einen Richtungswechsel, auch im Präsidium, und zwar einen bürgerlichen: Deregulierung und Augenmass statt immer neue Vorschriften.
Marcel Portmann
Kantonsratskandidat SVP, Hünenberg
Vizepräsident SVP Hünenberg

