Im Zweifel für das Wohnhochhaus Pi
Abstimmungen über Bauprojekte entfachen normalerweise Aufregungen. Schulhäuser, Spitäler, Altersheime werden meist nach groben Kosten/Nutzen-Abwägungen beurteilt, Luxus-verdächtige Vorlagen vielleicht ab und zu abgelehnt.

Wenn es um Hochhäuser geht kommen aber leicht Emotionen ins Spiel – selbst dann, wenn es nicht um öffentliche Gelder geht, ja selbst wenn die Allgemeinheit davon direkt profitiert. Die Haltung zu Hochhäusern folgt dem Bauchgefühl mehr als dem Kopf.
Für die einen sind sie immer noch im guten Sinn modern und nachhaltig, für die anderen gehören sie nicht zu Zug, ja nicht einmal in die Schweiz. Und wenn es um Emotionen geht, lässt sich mit Argumenten wenig ausrichten, selbst wenn es um ein Projekt geht, dass alle Planungsauflagen und Qualitätstests bestanden hat, vom oft pingeligen Grossen Gemeinderat (GGR) zu Null angenommen wurde und zudem noch die hohe Quote von 70% preisgünstigen Wohnungen bereitstellt.
Aber Achtung: Beim Referendum gegen Pi geht es nicht „bloss“ um ein Hochhausprojekt, sondern um die mittelfristige Zukunft des Wohnens in Zug überhaupt! Und das ist leider nicht übertrieben: Nach der Annahme der sicher gut gemeinten, aber nicht durchdachten 2‘000-Wohnungen-Initiative ist der Wohnungsbau in Zug zum Erliegen gekommen. Diverse Projekte abgesagt oder auf Eis gelegt. Ein eigentlicher „Investorenstreik“ bahnt sich an.
Wenn nun noch ein Vorzeige-Qualitäts-Projekt wie Pi scheitert, für das gemeinnützige Genossenschaften und patriotische Zuger-Firmen enorme finanzielle Vorleistungen erbracht haben, wird der Investorenstreik im Zuger Wohnungsbau Realität. Deshalb: Schluss mit Bauchgefühl, ein überzeugtes JA zu Pi – es geht nicht um Architektur, sondern um eine lebendige Zukunft von Zug überhaupt!
Philip C. Brunner
Präsident GPK Stadt Zug
Gemeinderrat

