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Wo liegt das Chaos?

Ich sehe es im fehlenden bezahlbaren Wohnraum für Einheimische, im staugeplagten Strassenverkehr, im übervollen ÖV und in überlaufenen Naherholungsgebieten.

Die Initiative führt höchstens dann zum Chaos, wenn die Politik weiterhin Arbeitsverweigerung bei Themen betreibt, die der Bevölkerung Sorgen bereiten. Statt die Probleme zu negieren oder wie gewisse Kantone und Städte dreist zu behaupten, man habe sie im Griff, könnte man die Zuwanderung schon lange intelligent steuern. So wie das andere Länder machen.

Eine Nettozuwanderung von 35’000 Personen pro Jahr bedeutet bei einer Abwanderung von rund 90’000 Personen, dass rund 125’000 Personen neu ankommen. 2024 waren dies gemäss NZZ 1087 Pflegepersonen und 1785 Ärztinnen und Ärzte. Das sind 2,3 Prozent der zuwandernden Erwerbstätigen. Ein medizinischer Notstand ist nicht zu befürchten.

Auch sonst besteht genug Spielraum für Zuwanderung, die unserem Land nützt. Früher glaubte auch ich, dass nur (Bevölkerungs-)Wachstum den Wohlstand sichere. Bis ich den Denkfehler realisierte: Als ich 1994 das Ökonomiestudium abschloss, zählte die Schweiz sieben Millionen Einwohner. Es ging und geht uns damals wie auch heute wirtschaftlich gut. Die zunehmende Enge führte aber zu Einschränkungen und Freiheitsverlusten, Entfremdung und Verlust von Lebensqualität.

Grundsätzlich können wir alles zubetonieren und auf 14 Millionen wachsen. Werden wir dann eine Initiative für eine 15 Millionen Schweiz ablehnen, weil wir wachsen müssen? Sollte es die EU dann noch geben, wird sie nicht alle Brücken zu uns abreissen, wenn wir die Zuwanderung begrenzen? Die Zusammenarbeit funktioniert nicht, weil die EU Mitleid mit uns hat, sondern weil die EU davon massiv profitiert.

Ob heute oder in 10 bis 20 Jahren: Irgendwann müssen wir die Begrenztheit unseres Raums akzeptieren. Lieber jetzt, als erst dann, wenn in unseren Städten niemand mehr Deutsch spricht. Als Liberaler werde ich überzeugt Ja zur «Chaos-Initiative» stimmen, um weiteres Chaos zu vermeiden.

Thomas Lötscher, alt Kantonsrat FDP, Neuheim

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